Porträt von Steffi Kretschmer, die lächelnd in die Kamera blickt.

Neustart nach Trennung: Vom Scherbenhaufen zur Unternehmerin

Steffi Kretschmer war im sechsten Monat schwanger, ihr großer Sohn gerade ein Jahr alt, als ihr Partner ihr gestand, er habe sich in eine andere Frau verliebt. Was folgte, war die schlimmste Zeit ihres Lebens. Und gleichzeitig der Beginn von etwas Neuem. Im Interview erzählt sie, wie sie durch die Krise navigiert hat, warum sie sich ein Jahr lang ein Ultimatum gesetzt hat – und wie sie heute als Trennungsmanagerin anderen Frauen und Männern genau durch diesen Prozess hilft.

Ich liebe Interviews, in denen jemand einfach ehrlich ist. Kein polierter Lebenslauf, keine aufgeräumte Erfolgsgeschichte.

Steffi Kretschmer ist eine dieser Menschen. Sie war vor einigen Jahren selbst meine Kundin, mitten in einer Krise, die sich nach allem anfühlte, was gleichzeitig schiefgehen kann. Heute begleitet sie andere durch genau diese Phase. Was dazwischen liegt, erzählt sie hier.

Neustart nach Trennung: Wenn alles gleichzeitig zusammenbricht

September 2021. Steffi ist im sechsten Monat schwanger, ihr großer Sohn ist grade ein Jahr alt. Sie merkt, dass ihr Partner irgendwie komisch ist. Weniger präsent, ständig das Handy in der Hand. Sie spricht ihn an.

Steffi: „Er hat mir gestanden, dass er sich in eine andere Frau verliebt hat. Dass er täglich mit ihr schreibt, dass er nur noch an sie denken kann. Dann war der Boden unter den Füßen weg.“

Was mich an Steffis Geschichte besonders berührt: Sie hatte zwei Wochen vorher genau davon geträumt. Sogar mit einem Namen. Als sie ihn fragte, wie die andere heißt, wollte sie wissen ob es der Name aus dem Traum war. War er nicht.

Was dann folgte, kennen viele, die in solchen Situationen stecken: Nächtelanges Googeln, weil schlafen nicht mehr geht. Das Kopfkarussell, das nicht aufhört. Und gleichzeitig funktionieren müssen, für das Kleinkind, das die ersten Kinderkrankheiten aus der Krippe mitbringt und die ganze Familie ansteckt.

Steffi: „Dann bin ich auf Melanie gestoßen. Hab die Website studiert, den Podcast gehört. Und da hab ich das erste Mal wieder Hoffnung schöpfen können. Weil für mich war das Narrativ: Wenn du betrogen wirst, musst du dich trennen. Und da hab ich das erste Mal festgestellt: Nee, muss ich gar nicht.“

Das kenne ich aus unzähligen Gesprächen. Das gesellschaftliche Drehbuch bei Fremdliebe oder Untreue ist oft erschreckend simpel. Die beste Freundin sagt, raus damit, und am besten noch den Unterhalt bis aufs Letzte ausreizen. Das Umfeld hat eine klare Meinung, oft sehr laut. Und die Person, die es betrifft, steht in der Mitte und versucht herauszufinden, was sie selbst eigentlich will.

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Trennung mit Kindern: Wie lange kämpfst du noch?

Steffi hat sich nach dem Coaching entschieden, der Beziehung eine Chance zu geben. Was dann kam, war das zweite Lügenkonstrukt: Er hatte ihr gesagt, er beendet den Kontakt. Er hatte ihn heimlich weitergeführt.

Steffi: „Das war das, was mir das Genick gebrochen hat. Wo ich wirklich in ein tiefes Loch gefallen bin.“

Was ich in dieser Situation immer wieder erlebe: Der erste Vertrauensbruch ist das eine. Wenn jemand dann lügt über das Beenden der Affäre, ist das eine eigene, tiefere Verletzung. Weil man sich entschieden hatte zu glauben. Und dann kommt heraus, dass man wieder belogen wurde.

Steffi hat sich trotzdem entschieden, einen klaren Zeitraum zu definieren.

Steffi: „Ich hab mir ein Ultimatum gesetzt. Ich versuch jetzt ein Jahr lang, diese Beziehung zu retten. Ich wollte nicht diesen Gaul unendlich lang reiten. Wenn der Gaul tot ist, steige ich ab.“

Genau ein Jahr später, auf den Tag genau, hat sie die Entscheidung getroffen. Nicht weil eine Affäre stattgefunden hatte. Sondern weil sie etwas anderes erkannt hatte.

Steffi: „Ich hab festgestellt, dass er immer noch einen ganz tiefen Groll und eine ganz tiefe Wut mir gegenüber hatte. Er dachte, ich bin schuld oder verantwortlich für sein Leid und für sein Unglück in seinem Leben. Sachen, die sechs, sieben Jahre her waren. Als ich das begriffen hab, war es für mich ein No-Brainer. Auch wenn’s halt scheiße war.“

Das ist eine Dynamik, die ich sehr häufig sehe. Schuldumkehr nach einer Affäre. Derjenige, der fremdgegangen ist, holt alte Vorwürfe raus und macht die andere Person verantwortlich für das eigene Unglück. Das kann man verarbeiten, wenn die Bereitschaft auf beiden Seiten da ist. Wenn nicht, ist die Frage berechtigt: Auf welchem Fundament soll hier etwas aufgebaut werden?

Schuldgefühle nach Trennung als Mutter: Ein ehrlicher Blick

Ich habe Steffi direkt gefragt, was die größten inneren Bremsen waren. Sie nennt sofort die Kinder.

Steffi: „Die Schuldgefühle meinen Kindern gegenüber hatte ich ständig. Die hab ich auch jetzt teilweise immer mal wieder.“

Und dann kommt der Satz, der mich aufhorchen ließ: Sie hat Schuldgefühle, weil der Vater die Kinder nicht häufiger sehen will. Er hätte mehr Betreuungszeit, er möchte sie nicht. Und sie trägt die Schuld dafür.

Ich hab das direkt benannt: Krass, oder? Du hast Schuldgefühle dafür, dass er seine Kinder nicht häufiger sehen will.

Ja, sagt sie. Manchmal kommt das halt hoch.

Das ist so bezeichnend für das, was viele Mütter in dieser Situation erleben. Man übernimmt Verantwortung für das Verhalten des anderen. Man fühlt sich schuldig für Dinge, die man nicht kontrolliert. Und gleichzeitig funktioniert man, hält alles zusammen, bleibt stark.

Was Steffi dann sagt, ist einer der wichtigsten Sätze des Interviews:

Steffi: „Ich hab irgendwann festgestellt, ich möchte meinen Kindern nicht diese beschissene, unglückliche Beziehung als normal vorleben. Da war es leichter für mich.“

Das ist keine Rationalisierung. Das ist Klarheit. Die Frage ist nicht nur, was ist gut für mich? Die Frage ist auch: Was gebe ich meinen Kindern mit? Welches Bild von Beziehung lernen sie, wenn sie zusehen?

Trennungsmanagerin: Was steckt wirklich hinter diesem Begriff?

Steffi hat ihre Positionierung auf etwas aufgebaut, das auf den ersten Blick eindeutig klingt. Trennungsmanagerin. Aber sie erklärt schnell, dass es komplizierter ist.

Steffi: „Es geht eigentlich schon immer um eine Trennung. Aber manchmal sind es Glaubenssätze, die nicht hilfreich sind. Gedanken, die durch das Umfeld geprägt wurden. Die fragen, von was es sinnvoll ist, sich zu trennen. Ist es wirklich immer der Partner? Oder sind es diese Gedanken, die da rumschwirren?“

Das finde ich brilliant positioniert. Denn genau das erlebe ich auch: Menschen, die sich von einem Ideal trennen müssen. Von der Hollywood-Vorstellung, dass eine gute Beziehung keine Krisen hat. Vom gesellschaftlichen Druck, dass eine Mutter nicht gehen darf. Von der Überzeugung, dass man auf sich selbst keine Rücksicht nehmen muss, solange die Kinder versorgt sind.

Trennung vom falschen Gedanken ist manchmal genauso wichtig wie Trennung vom falschen Partner.

Steffi: „Frauen fällt es immer noch schwerer, sich zu trennen. Durch die Prägungen der Gesellschaft, unserer Ursprungsfamilie. Es gibt immer noch ganz häufig das Narrativ: Als Frau darfst du dich nicht trennen. Und insbesondere als Mutter.“

Selbstständig nach Trennung: Steffis Weg

Steffi hat die Ausbildung zur Liebes-Leben-Coach absolviert und sich danach als Trennungsmanagerin selbstständig gemacht. Was mich an ihrer Geschichte besonders beeindruckt: Sie hat schon vor Beginn der Ausbildung ihr Gewerbe angemeldet und erste Kundinnen gewonnen.

Steffi: „Ich wollte diese Inhalte, die mir das Leben gerettet haben, in die Welt rausbringen.“

Der Weg dorthin war nicht nur Begeisterung. Er war auch Vollzeitjob im Automobilbereich neben der Ausbildung, zwei kleine Kinder alleine erziehen, abends wenn die Kinder schlafen das Newsletter-System aufbauen und gleichzeitig Supervisionscalls schauen.

Steffi: „Da bin ich auch ins Verzweifeln gekommen. Als ich nicht mehr weiterkam und dich dann immer angeschrieben hab: Melanie, kannst du mir bitte helfen? Ich bin am Verzweifeln. Ja, und ich hab mich halt einfach durchgebissen.“

Was sie antreibt, hat sie klar benennen können: Durchhaltevermögen ist ihre größte Stärke. Nicht Talent, nicht Netzwerk, nicht Glück. Die Fähigkeit, dranzubleiben, wenn es schwer wird.

Was mich daran berührt: Das ist dieselbe Qualität, die Menschen durch Trennungskrisen trägt. Nicht die Abwesenheit von Schmerz. Sondern die Entscheidung, trotzdem weiterzugehen.

Alleinerziehend und selbstständig: So sieht der Alltag wirklich aus

Zwei Kinder, alleinerziehend, Unternehmerin. Ich habe Steffi gefragt, wie das konkret funktioniert. Ihre Antwort überrascht:

Steffi: „Ich würde sagen sogar entspannter als vorher noch in der Vollzeitanstellung. Ich kann mir meine Zeiten selber einteilen. Ich muss nicht beide Kinder um sieben Uhr dreißig abgegeben haben, um dann sieben Uhr fünfundvierzig den ersten Call zu sein.“

Sie hat sich Sport wieder in den Kalender eingebaut. Was vorher monatelang nicht stattfand. Hat abends Zeit auf dem Balkon, ein Bier, Telefonat mit Freunden. Und wenn unvorhergesehen etwas passiert, schaut sie auf die Prioritäten.

Steffi: „Ich schaue sofort: Was hat allerhöchste Priorität? Was muss sofort gemacht werden? Was kann verschoben werden? Und dann schaue ich, welche Optionen habe ich.“

Netzwerk aufbauen ist dabei essenziell. Freundinnen, die auch alleinerziehend sind. Eine Mama, die einspringen kann. Babysitterin als Plan B. Das klingt banal, ist es aber nicht. Wer denkt, dass es alleine gehen muss, blockiert sich selbst.

Steffi: „Es ist so viel erfüllender jetzt mein aktuelles Leben. So viel freier. Freiheit ist für mich einer meiner Top-Werte. Das kann ich jetzt leben, ohne nach Hause zu kommen mit der Angst, mich für irgendetwas rechtfertigen zu müssen.“

Nach der Trennung neu anfangen: Was wirklich hilft

Am Ende des Gesprächs habe ich Steffi gefragt, was sie anderen sagen würde, die gerade in einer ähnlichen Situation stecken. Ihre Antwort ist direkt.

Steffi: „Hol dir Unterstützung. Bleib nicht in den Gedankenkreisel hängen. Da hängst du wahrscheinlich schon die ganze Weile drinnen und hast keine Lösung gefunden. Hol dir Hilfe. Es wird sich nichts ändern und es wird sich nichts verbessern, wenn du nicht handelst.“

Das ist, was Steffis Geschichte so kraftvoll macht: Sie hat nicht gewartet, bis es besser wurde. Sie hat Schritte gesetzt, auch wenn sie nicht wusste wohin. Sie hat sich Unterstützung geholt, auch als das Selbstbild sagte, ich müsste das alleine schaffen. Und sie hat ein Jahr lang auf sich selbst gehört, bis die Antwort klar war.

Manchmal ist die mutigste Entscheidung, zuzugeben: Ich komme hier alleine nicht weiter.

Wo du Steffi findest

Steffi Kretschmer begleitet Frauen und Männer, die zwischen Bleiben und Gehen stehen, zu klaren, selbstbestimmten Entscheidungen. Du findest sie auf Instagram unter @die_trennungsmanagerin, auf ihrer Website www.coaching-kretschmer.de und mit ihrem Podcast „Zwischen Bleiben und Gehen“ auf Spotify und überall, wo es Podcasts gibt.

Neustart nach Trennung: Was du jetzt tun kannst

Wenn du gerade in einer ähnlichen Situation steckst wie Steffi damals, gibt es ein paar Dinge, die ich aus diesem Gespräch mitnehme und dir mitgeben möchte.

Erstens: Eine Trennung ist keine Niederlage. Sie kann eine der reifsten und mutigsten Entscheidungen sein, die jemand treffen kann. Und sie kann der Beginn von etwas sein, das sich besser anfühlt als alles vorher.

Zweitens: Das Umfeld hat fast immer eine Meinung. Meistens laut. Meistens aus der eigenen Geschichte heraus. Was deine beste Freundin, deine Mutter oder das Internet dir sagen, ist nicht automatisch richtig für dich.

Drittens: Schuldgefühle gegenüber den Kindern sind menschlich. Aber Kinder lernen von dem, was sie sehen. Eine Mutter oder ein Vater, der ein erfülltes, selbstbestimmtes Leben lebt, gibt mehr weiter als eine Elternschaft, die aus Pflicht zusammengehalten wird.

Und viertens, der wichtigste Punkt: Alleine durch diese Phasen zu navigieren, funktioniert selten gut. Nicht weil man zu schwach wäre. Sondern weil man für die eigenen blinden Flecken blind ist. Das liegt in der Natur der Sache.

Im Liebe Leben Premium Membership begleite ich Menschen durch Beziehungskrisen, Entscheidungsprozesse und alles, was dazwischen liegt. Zweimal die Woche Live-Calls, Workshops, konkrete Tools. Wenn du erst einmal schauen willst, wo du gerade stehst, mach den kostenlosen Beziehungstest.

Häufige Fragen zum Neustart nach einer Trennung

Wie lange dauert es, nach einer Trennung wieder auf die Beine zu kommen?

Das ist sehr individuell und hängt davon ab, wie lange die Beziehung war, wie die Trennung verlief, ob Kinder involviert sind und ob man aktiv an der Verarbeitung arbeitet. Was ich aus meiner Arbeit klar sagen kann: Wer wartet, bis es von selbst besser wird, wartet meistens länger als nötig. Wer sich Unterstützung holt und konkrete Schritte setzt, kommt schneller zu Klarheit und Stabilität.

Darf ich mich als Mutter trennen?

Ja. Das ist keine Frage der Erlaubnis, sondern oft eine tief verwurzelte Überzeugung, die aus gesellschaftlichen Prägungen entsteht. Eine Mutter, die ein selbstbestimmtes, erfülltes Leben führt, ist keine schlechtere Mutter. Sie ist ein anderes Vorbild. Kinder lernen von dem, was sie sehen. Was sie sehen sollen, ist eine erwachsene Person, die Verantwortung für sich selbst übernimmt.

Wie erkenne ich, ob eine Trennung die richtige Entscheidung ist?

Eine tragfähige Entscheidung entsteht nicht aus dem Wunsch, den Schmerz sofort loszuwerden. Sie entsteht aus einem ehrlichen Blick auf die Beziehung, die eigenen Werte und die Frage, welches Leben man in zehn Jahren führen will. Dafür braucht es Zeit, Ehrlichkeit gegenüber sich selbst und oft auch jemanden von außen, der ohne Urteil auf die Situation schaut.

Wenn du Unterstützung brauchst…

Du kannst auf 3 Wege unsere Unterstützung bekommen. Je nach dem, wie viel persönliche Betreuung du brauchst, sind das deine Möglichkeiten:

LLP Membership

Wenn du mitten in deiner Beziehungskrise steckst und dir denkst: „Alle reden von Chance, aber ich sehe gerade nur Chaos“, dann ist das Liebe Leben Premium Membership wie ein sicherer Rahmen für genau diese Phase. Du bekommst Workshops, Coachings und Übungen, um deine Probleme anzuschauen, zu verstehen, wie du hier gelandet bist, und Schritt für Schritt neue Entscheidungen zu treffen. Du musst das nicht alleine sortieren, du darfst dir das leichter machen.

Coaching-Pakete

Manchmal ist nach einer Lebenskrise erst mal alles kaputt: Beziehung weg, altes Selbstbild zerbröselt, Pläne futsch. Dann fühlt sich dein Leben wirklich an wie ein Scherbenhaufen. Unsere Coaching-Pakete unterstützen dich oder euch genau in dieser Phase. Du lernst, dein Chaos zu sortieren, aus den Bruchstücken Sinn zu machen und dir ein neues, stimmiges Leben zu bauen. Kein verlogenes ChakaChaka“, sondern ehrliche, professionelle Begleitung im Neuaufbau.

Ausbildung

Vielleicht merkst du nach deiner eigene Beziehungskrise, wie spannend du das Thema findest und wie sehr du andere Menschen in solchen Lebensphasen unterstützen möchtest. In der Liebe Leben Coaching Ausbildung lernst du, Menschen in Krisen professionell, klar und menschlich zu begleiten, ohne dich selbst zu verlieren und ohne in Drama und Rettermodus zu rutschen. Wenn du mit dem arbeiten willst, was dich selbst tief berührt, könnte das dein nächster Schritt sein.

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