Welche Erwartungen hast du an deinen Partner?

#116: Das Handbuch – Welche Erwartungen hast du an deinen Partner?

Ein Handbuch für den Partner – hast du so etwas? Wie sieht die Bedienungsanleitung für andere Menschen in unserem Kopf aus? Ich habe diesen Begriff von meiner Mentorin Brooke Castillo übernommen. Sie nennt es „The Manual“ – die Bedienungsanleitung.

Wir alle haben Bedienungsanleitungen für die Menschen in unserem Leben im Kopf. Wir wissen ganz genau, wer sich wie in bestimmten Situationen zu verhalten hat. Was wirklich damit gemeint ist, ist die Erwartungshaltung, wie sich Menschen in unserm Umfeld zu verhalten hätten. Denn sie tun es ja nicht.

Sei es auf der Autobahn, im Internet oder unsere Erwartungshaltung an unsere Eltern oder Kinder. Und vor allem unsere genaue Vorstellung, wie der PARTNER zu sein hat…

Gerade bei meinen Kunden merke ich, wie groß die „Handbücher“ sind, die sie für ihren Partner mit sich rumschleppen. Sie schlagen sich rum mit solchen Fragen wie:

  • Warum ist er nicht treu geblieben?
  • Wieso schämt er sich nicht dafür?
  • Warum versucht er das Vertrauen nicht wiederherzustellen?

Wir haben Erwartungen, die für uns vollkommen normal sind! Ein*e andere*r weiß davon wahrscheinlich so gut wie nichts. Gleichzeitig gehen wir davon aus, dass wir die Bedürfnisse des Partners kennen und erfüllen müssen. Und dann stehen wir da, und haben eigentlich gar keine Ahnung. 

Zu hohe Erwartungen killen jede Beziehung!

In der klassischen Paartherapie würde der Therapeut jetzt zu euch sagen: „Sagt euch doch gegenseitig was ihr braucht, sprecht eure Bedürfnisse offen an“ – und dann muss der Partner zusehen, wie er die Bedürfnisse befriedigen kann…
Ich finde das fatal! Es ist immer ein Teil meiner Kundschaft dabei, die sich erhoffen, dass ich genau das jetzt sage: „Macht Euch eine schöne Date-Night, geht mehr aufeinander zu und sagt euch, was Ihr vom anderen braucht…“
Aber so läuft das bei mir nicht!
In meinem Coaching geht es nicht darum, irgendetwas zu fixen oder so zurechtzubiegen, dass es nur irgendwie weiter geht. Es geht darum, herauszufinden, was jede*r für sich wirklich will und ob beide bereit sind, sich selbst die Freiheit zu nehmen und den anderen in seine Freiheit zu entlassen!

Dazu ist es unerlässlich, die eigenen Bedürfnisse zu erkennen und sich selbst zu erfüllen. Das ist die wichtigste Lektion um wirklich Liebe leben zu können! So viele Kunden, die ich habe, sind einsam und haben keine sozialen Kontakte. Sie fühlen sich sexuell unerfüllt und erwarten ständig, dass der Partner/die Partnerin diese Bedürfnisse (Needs) erfüllen soll. Dadurch werden Partner oder Partnerin so bedürftig und „needy“. Man nennt das auch klammern und jeder, der das schon mal erlebt hat, weiß, wie unangenehm das ist. Das ist keine Grundlage für eine glückliche Beziehung, das nennt sich Belastung.

Erfüllst du die Erwartungen deines Partners/deiner Partnerin?

 
Kümmerst du dich auch gut darum…
 
…, dass dein Partner glücklich ist?

…, dass dein Partner sich gut fühlt in der Beziehung?
…, dass er sexuell erfüllt ist?

Oder erwartest du, dass dein Partner/deine Partnerin sich gut um DICH kümmert? Dann hast du eine denkbar schlechte Ausgangsposition. Denn damit sind Unzufriedenheit, Stress und Streitereien vorprogrammiert. Und damit gibst du was sehr Wichtiges an der Beziehungs-Türe ab: deine Macht und deine Selbstverantwortung. Und damit ist nicht zu spaßen. Im Grunde begeben wir uns auf diese Weise freiwillig in eine Abhängigkeit. Für eine glückliche und stabile Beziehung ist das Gift.

Erwartungen von Familie und Freunden erfüllen?

 

Auch in Punkto Eltern und Schwiegereltern gibt es oft eine Erwartungshaltung.
„Ja, lebst Du auch noch?“ ist ein vielgeliebtes Telefon-Intro. Damit verbunden ist oft eine unterschwellige Botschaft. Du weißt selbst, wie diese lautet: Ihr hättet euch öfter mal melden können.

Gerade jetzt an Weihnachten werden gewisse Verhaltensmuster innerhalb der Familie erwartet. Ob oder wann wir an den Feiertagen aufschlagen, ob und wie wir für die anderen kochen, ob wir Geschenke bringen oder keine – was auch immer, die Luft ist voll davon. Da sollst du zur Weihnachtsparty kommen und hier sollst du das Gans-Essen nicht vergessen. All das führt zu einem erhöhten Konfliktpotential und dazu, dass sich Menschen weniger entspannen – obwohl Entspannung vielleicht gerade genau das richtige gewesen wäre.
Auch hier ist es wichtig, zunächst die eigenen Bedürfnisse zu kennen und diesen zu folgen. Nein ist ein sehr gesundes Wort, wenn du nicht mehr weißt, wo dir der Kopf steht. Und klar, das kann schon mal für enttäuschte Gesichter sorgen. Aber es sorgt auch dafür, dass der Umgang miteinander langfristig ehrlicher wird.

 

Bei dir bleiben – wenn die Erwartungen anderer nicht zählen

Das ist der Grund, warum ich sage: zunächst musst du deine eigenen Bedürfnisse kennen. Wie sollst du sonst bei dir bleiben können. Dich auch aus dir selbst nähren können. Dann musst du dein Glück und dein Glücksempfinden nicht davon abhängig machen, ob dein Gegenüber deine Bedürfnisse erfüllt.

Alles was wir fühlen und was wir denken tragen wir in uns selbst und das kann der Partner nicht für uns lösen!

Erwartungen in die Beziehung und den Partner – so wird das was

 

Werde dir klar, welche Erwartungen du an deine Beziehung hast und notiere dir das zunächst für dich selbst. In meinem Liebe Leben Online Programm habe ich ein Arbeitsblatt, wo du deine Erwartungen an jede Person extra aufschreiben kannst. Das Programm findest du hier. An dieser Stelle gebe ich dir eine kleine Denkhilfe: notiere dir, was du dir wünscht!

Das kann sein:

  • Komplimente, Blumengeschenke, Unternehmungen mit den Kindern
  • Unterstützung zu erhalten (z. B. beim Verzicht auf Alkohol, Zigaretten, Abnehmen)
  • mehr Sex
  • pünktliches heimkommen nach Feierabend
  • keine Flirts
  • bestimmte Geburtstagsgeschenke
  • etc.

Dann mach dir bewusst, wie viel aus Deinem „Handbuch“ Deinem Partner schon zu „lesen“ geben hast. Kennt er/sie Deine Erwartungshaltung? Weiß er, was für dich essenziell ist?

Dann darfst du dir klar machen, dass auch im Kopf deines Gegenübers ein „Handbuch“ für dich existiert und einfach mal drüber nachdenken, ob du dieses „Handbuch“ kennst. Ob dir klar ist, was auch von dir erwartet wird.

Gute, starke Beziehungen entstehen immer dann, wenn man sich von seinen Erwartungshaltungen verabschiedet. Wenn du dir klar machst, dass du das Verhalten eines anderen Menschen einfach nicht beeinflussen kannst. Alles, was du tun kannst, ist das Verhalten zu akzeptieren oder deinen eigenen Weg gehen.

Wenn Dein Partner Dich betrügt oder eine Affäre hatte, ist es deine Entscheidung, ob du weiter mit dieser Person leben willst oder nicht. Egal welche Entscheidung du triffst, du entscheidest dich in jedem Fall richtig.

Wünschen ist etwas anderes als zu erwarten

 

Du kannst dir immer etwas von deinem Partner/deiner Partnerin wünschen, nur kannst du niemals erwarten, dass dein Wunsch auch erfüllt wird. Hänge niemals dein Lebensglück an deine Wünsche. Deine emotionale Gesundheit, emotionales Glück und deine Gefühle sind nicht vom anderen abhängig!

Du stärkst die Bindung mehr, wenn Du nicht in der Illusion einer Bindung lebst, wie sie sein sollte, sondern sie einfach so nimmst wie sie ist. Auch wenn ihr gerade in einer Krise steckt, ist der erste Schritt immer die Akzeptanz des IST Zustands.

Zum Thema „Erwartungen“ gab es erst kürzlich ein Webinar in meiner Facebook-Gruppe. Die Aufzeichnung kannst du dir gerne holen. Dazu kommst du einfach in meine Gruppe, dort gibt es inzwischen eine Webinar Bibliothek und du kannst dir die Inhalte ansehen und dich dazu mit den anderen Gruppenmitgliedern austauschen.

Wenn Du Fragen hast oder Unterstützung brauchst, gib mir ein Zeichen. Meine Coaching Programme habe ich dir hier nochmal verlinkt.

Liebe Grüße

Deine
Melanie

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