Er denkt ständig an Sex – mich nervt das! – Wege aus der Sex-Krise

Sex-KriseFolge 055: Wege aus der Sex-Krise: Er will ständig Sex, ihr ist das zu viel. Was können die beiden tun, um wieder Spaß im Bett zu haben?

Ich habe ein tolles, ausführliches Feedback zu meinem Hörbuch „Oh nein! Schon wieder Sex!“ bekommen. Ich bin dankbar, dass ich es veröffentlichen darf, denn ich glaube, dass viele Paare, die in einer Sex-Krise stecken, davon profitieren können.

Liebe Melanie, das Hörbuch ist toll, wie ich finde. Du wirkst ausgesprochen locker, lebenslustig und entspannt. Es macht Freude, Dir zuzuhören!

Wir haben es vor einigen Wochen gemeinsam angehört und ich hatte ganz oft diesen „Aha“-Gedanken und dieses: „Jaaa, genauso ist es bei mir auch.“

Dein Hörbuch hat mir ein wenig das Gefühl genommen, mich meinen Kindern gegenüber schuldig zu fühlen, wenn wir Sex haben, wobei ich bis dahin dieses Gefühl gar nicht benennen konnte.

Der Abend ist dann noch schön ausgeklungen… In den Tagen darauf habe ich ziemlich erfolgreich mein „Wasser warm gehalten“* und ich hatte das Gefühl, es könnte nun alles besser werden mit meiner Lust. Etwas frustriert habe ich festgestellt, dass ich seit etwa zwei Wochen einfach keine Lust habe, mein Wasser warm zu halten. Was uns natürlich wieder genau dahin zurück geworfen hat, wo wir mit der Behandlung des Problems begonnen hatten.

Er denkt immerzu an Sex

Mein Mann scheint ständig und immer nur an Sex zu denken und fummelt dann an mir rum. Mich nervt das, weil mir das einfach zu viel ist. Ich sag ihm das auch und versuche ihm zu erklären: „Bitte weniger“, und er versteht scheinbar: „Lass es ganz.“ Es ist einfach frustrierend.

Und wenn ich, wie Du sagst, drüber nachdenke, was ich eigentlich will, dann wäre ich mit der Situation (einmal Sex pro Woche) eigentlich zufrieden, wenn da die Schuldgefühle gegenüber meinem Mann nicht wären.

Seine Lust woanders zu befriedigen, kommt für ihn nicht in Frage. Er möchte nur mit mir Sex. Ich finde das Thema hat was, allerdings auch eher in meiner Fantasie. Solche Fantasien sind es auch, die mich erst anheizen (wenn überhaupt). Mit dem Fremdflirten das würde ich machen, nur leider passiert mir sowas nicht.

Ja, das Hörbuch an sich hat mir gut gefallen und hat was gebracht. Mein „Scheitern“ liegt nicht an deinem Buch, sondern irgendwie an mir.

 

Wäre die Situation für meine Leserin nicht so traurig, könnte ich mich wegschmeißen vor Lachen. Denn genau das, was sie schreibt, kenne ich 1 zu 1 von mir selbst und von sehr vielen anderen Paaren. Es ist überall dasselbe und das finde ich wirklich witzig!

Anscheinend hat die Natur hier eine kleine Hürde zwischen uns und unser Liebes-Glück eingebaut. Es ist völlig normal, dass sich das Verlangen nach Sex unterschiedlich entwickelt, weil wir uns dadurch weiter entwickeln. Das Leben strebt immer nach Wachstum und Entwicklung, Stillstand bedeutet den Tod.

In diesem Fall sterben Lust, Sinnlichkeit und Leidenschaft. R.I.P

Wir richten es uns (zu) bequem ein in unseren Beziehungen. Die Monogamie sorgt dafür, dass wir keine Angst haben müssen, den Partner zu verlieren. Wir fühlen uns (endlich) sicher und geborgen. Wir bemühen uns weniger um den Partner/die Partnerin, Langeweile und Selbstverständlichkeit halten Einzug. Hinzu kommt der Alltag, Haushalt und Job, Kinder und Schwiegereltern.

Das alles ist nicht wirklich sexy. Doch anscheinend killt das nur die weibliche Lust.

Sex-Krise – Was ist da los?

Ich bin sicher, dass die Hormone Schuld sind (und nicht wir Frauen ;-)). Zumindest ein bisschen. Testosteron ist das Sexualhormon, welches bei Männern in wesentlich höherer Konzentration gebildet wird und einen entscheidenden Einfluss auf die Lust hat. Die Anti-Baby-Pille unterdrückt zusätzlich (je nach Präparat) die Bildung von Testosteron, was bei mir persönlich spürbar war (ohne Pille hab ich mehr Lust).

Sport, gesunde Ernährung/Vitalstoffe und SEX(!) steigern (unter anderem) die Produktion von Testosteron. Es genügt bereits, an Sex zu denken, um das Lust-Hormon anzukurbeln. Viel Sex + viele Gedanken an Sex = viel Testosteron = viele Gedanken an Sex + viel Sex = viel Testosteron – usw…

Ich habe bei mir festgestellt, dass meine Lust auf Sex schwindet, wenn ich länger keinen habe. Es ist also ein Trugschluss zu glauben, dass die Lust von selbst wieder kommt, wenn der Mann nur lange genug Ruhe gibt.

Allerdings ist der Druck, den viele Männer aufbauen, absolut kontraproduktiv! Schuldgefühle und ein schlechtes Gewissen ersticken jegliche Sinnlichkeit im Keim.

Frauen müssen zuerst Druck abbauen, um Sex zu wollen – Männer wollen Sex, um Druck abzubauen

Einen weiteren Unterschied zwischen Männlein und Weiblein höre ich in vielen Gesprächen. Wir Frauen brauchen eine entspannte, positive Atmosphäre, um Sex haben zu wollen. Männer wollen verstärkt Sex, wenn sie gestresst sind und es ihnen nicht gut geht. Das erklärt auch, warum der Alltags-Stress bei den Frauen zur Lustlosigkeit führt, bei den Männern aber keineswegs.

Kommt dann auch noch der Druck hinzu, den Druck nicht abbauen zu dürfen, weil sie keinen Bock hat, verstärkt sich der Druck und die Frustration wächst.

Liebe Männer: Es wäre toll, wenn ihr euch selbst darum kümmert, entspannt zu sein. Der Stress im Job (oder wo auch immer) gibt euch nicht das Recht, unbegrenzt auf unseren Körper zuzugreifen! Euren Frust weg zu vögeln macht uns keinen Spaß! 

Wir Frauen spüren den Unterschied, ob der Sex aus Liebe statt findet, oder um irgendwas zu kompensieren oder abzureagieren. Ja, echt!

Weniger ist mehr!

Mein Mann war drei Wochen in Indien. Er hat sich damit einen Lebenstraum erfüllt. Zu seinem eigenen Erstaunen hat er ganze drei Wochen kein einziges Mal an Sex gedacht. Das ist für uns beide eine höchst interessante Erfahrung und entspannt unser Liebesleben nochmal deutlich.

Ich bin davon überzeugt, dass kein Mann davon kaputt geht (oder platzt), wenn er weniger Sex hat, als er eigentlich möchte. Damit möchte ich nicht die weibliche Faulheit oder Bequemlichkeit fördern. Hätte mein Mann den Sex nicht eingefordert, hätte ich meine Lust und Sinnlichkeit immer mehr einschlafen lassen. Zum Glück hat er nicht aufgegeben!

Doch eine regelmäßige Frequenz, die für BEIDE stimmig ist, wäre das Ziel.

Eine Studie hat ergeben, dass Paare, die einmal pro Woche Sex haben, am zufriedensten sind. Bei weniger Sex sinkt die Zufriedenheit, bei mehr steigt sie aber NICHT! Interessant, oder?

Was können die zwei jetzt tun, um die Sex-Krise zu beenden?

  • Das „Scheitern“ liegt nicht nur an ihr. Sondern auch an ihrem Mann und an einer Kommunikation, die nicht optimal ist. Sie können mein Hörbuch weiterhin nutzen, um im Gespräch zu bleiben und die jeweilige Sichtweise zu bequatschen.
  • Ihr Mann darf sich SELBST darum kümmern, entspannt und glücklich zu sein. Ich glaube, da liegt der Hase im Pfeffer.
  • Beide dürfen lernen, dass der Partner NICHT für das eigene Glück und Wohlbefinden zuständig ist.
  • Er hat vermutlich zwei gesunde Hände, die er nutzen kann, um sich ein/zwei Tage über Wasser zu halten. Vielleicht kann er sich selbst befriedigen, während sie neben ihm liegt.
  • Sie machen einen oder zwei „Kuschel-Abende“ aus, an denen definitiv KEIN Sex läuft. Das entspannt beide.
  • Wenn er ein/zweimal WENIGER an Sex denkt und sie ein/zweimal MEHR, treffen sie sich vielleicht in der Mitte. Sie hält ihr Wasser halbwegs warm, er kühlt es regelmäßig runter.
  • Sie sucht sich gezielt andere Männer zum flirten (z.B. via Tinder). Für mich ist das nach wie vor ein Lust-Turbo. Dafür braucht es tatsächlich keinen echten Sex. Die Fantasie anzuregen reicht oft völlig!
  • Er öffnet sich mehr und mehr dem Gedanken, seine Lust anderweitig auszuleben und nimmt den Druck von ihr. Dafür braucht es wiederum eine extrem gute Kommunikation (Entwicklungspotential – hurraaa! ;-))
  • Sie lesen BEIDE das Buch von David Schnarch „Intimität und Verlangen“ und setzen die Inhalte um.
  • Sie buchen ein Coaching bei mir oder lassen sich woanders beraten – GEMEINSAM!
  • Was würde die Liebe tun? Manchmal gerät das große Ziel aus dem Blickfeld. Die Liebe! Beide wollen geliebt sein und sich angenommen fühlen. Ob mit viel oder wenig Lust.

In jedem Fall bedeutet diese Sex-Krise, dass sich BEIDE verändern dürfen, dass sich BEIDE neuen Gedanken öffnen dürfen, um ihre Beziehung auf ein nächstes Level zu heben. Eine Verbesserung der Kommunikation ist garantiert ein Schlüssel dazu.

Vielleicht ist die Monogamie nicht das ideale Konzept und eine offene Beziehung würde ihnen gut tun. Darüber schreibe ich ausführlich nächste Woche…

Leben darf leicht gehen und Spaß machen. Liebe auch!

Herzlichst

Melanie

PS. Mein Hörbuch gibt dir eine Menge Anregungen, Impulse und Ideen für Gespräche mit deinem Partner/deiner Partnerin, um eine Sex-Krise zu überwinden. HIER gibt es eine Hörprobe.


*Wasser warm halten: Mit Hilfe von sexuellen Phantasien, erotischer Literatur, Filmen, Gesprächen, etc. die Lust permanent am brodeln halten. Warmes Wasser kocht schneller, als kaltes. Diese Idee stammt von meiner Kollegin Ute Benecke, die einen tollen Artikel darüber geschrieben hat.

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