Mann oder Memme? So behältst du den Respekt deiner Frau

RespektEpisode 004 – Respekt – Wie schaffst du es, dass deine Frau dich respektiert? Bist du ein echter Mann? Stehst du zu dir? Oder verbiegst du dich für sie?

Dieser Artikel ist Teil der Männlichkeits-Blogparade von Sven und Martin von www.maennlichkeit-staerken.de.

Das nachfolgende Thema betrifft auch viele Frauen. Wenn du eine Frau bist und zu wenig Respekt von deinem Partner bekommst, übertrage den Artikel einfach auf dich.



„Ich bin überhaupt nicht so eine Lusche, für die mich meine Frau hält!“

Seine Haltung zeigt Entschlossenheit, sein Blick ist fest und klar. Mit jedem Coaching-Termin steigt sein Selbstvertrauen und in der Zeit dazwischen probiert er sein neues Verhalten aus. Für seine Frau ist die Zeit nicht leicht. Seit er sich traut, eigene Entscheidungen zu treffen ohne ihre Zustimmung zu erwarten, fühlt sie ihre Kontrolle über ihn schwinden.

Auch für ihn ist es eine Herausforderung, die Konflikte auszuhalten, anstatt wie bisher, ihnen aus dem Weg zu gehen. Das neue Gefühl der Selbstbestimmung tut ihm gut. Er will sich sein eigenes Leben zurück erobern, anstatt aus Hamonie-Sucht weiterhin klein bei zu geben.

Respekt

„Irgendwann hat sie den Respekt vor mir verloren. Keine Ahnung, wann, doch es ist schon viele Jahre so.“ 

In der letzen Zeit habe ich viele Coachings und Paarberatungen mit Männern, die sich für ihre Frau und für die Familie fast aufgegeben haben und an einem Punkt angelangt sind, wo sie merken, dass sie es ihr niemals Recht machen können. Es scheint, je mehr sie die Wünsche und Forderungen der Frauen erfüllen, je mehr sie sich selbst zurück nehmen, desto stärker werden sie kritisiert.

Immer wieder bitten mich Frauen in der Beratung, ihrem Mann im Einzeltermin klar zu machen, was er ihrer Meinung nach unbedingt ändern soll.

Mädels, ich bin keine Männer-Reparatur-Station!

Grundsätzlich unterstütze ich jeden Klienten, sein EIGENES Traumleben zu führen und die EIGENE Persönlichkeit zu stärken. Das finden die Frauen zunächst nicht witzig. Eine Kontrolletti-Frau will die Kontrolle behalten und der Respekt für ihren Mann fehlt.

Manche der Männer flüchten sich in eine Affäre, um sich ihre Selbstbestimmung an anderer Stelle zu beweisen. Eine Geliebte gibt den Männern das Gefühl, alles im Griff zu haben und ein toller Hecht zu sein. Manche Affären sind eine Trotz-Reaktion von Pantoffel-Helden, dich sich nicht trauen, ihrer Frau Kontra zu geben.

Der Schwiegermütter-Traum

Manchmal ist es die Frau, die fremdgeht. „Mein Mann trägt mich auf Händen. Er tut alles für mich und kümmert sich rührend um die Kinder. Ich verstehe nicht, warum ich ihn nicht mehr will! An Sex ist überhaupt nicht mehr zu denken!“ Völlig verzweifelt und verwirrt wenden sich die Frauen an mich.

Eine Klientin, die in einer Affäre steckt und kurz davor ist, ihren Mann zu verlassen, bekommt von ihrer Familie und von ihren Freunden zusätzlich eine Menge Gegenwind: „Du kannst froh sein, dass du so einen tollen Mann hast. Sei doch nicht so undankbar!“

Der Traum aller Schwiegermütter ist nicht der Traum der Frauen. Was ist da los?

Mist ist klar, was da los ist. Ich hatte selbst eine Beziehung zu einem Mann, der sich voll und ganz nach mir gerichtet hat. Er hat niemals mit mir gestritten und keine eigene Meinung vertreten. Kennst du diese Wackel-Dackel, die in alten Opels hinten in der Heckscheibe sitzen und mit dem Kopf nicken?

Von der Frau zur Furie

In dieser Beziehung habe ich meine boshaftesten und schlechtesten Seiten kennen gelernt. Ich habe ihn rumkommandiert und schikaniert. Ich hatte keinerlei Respekt und auch keine Lust, mit ihm Sex zu haben. Je mehr er mich verwöhnt hat, desto mehr habe ich gefordert. Ich fand ihn langweilig und hab arrogant von oben auf ihn herab geschaut. 

Mit der Achtung vor ihm habe ich auch meine Selbstachtung verloren. Ich mochte mich nicht in der Rolle der Furie. So war ich eigentlich nicht und so wollte ich nicht sein. Er hat sich mir untergeordnet und ich habe mich nach einem Partner auf Augenhöhe gesehnt, was mir allerdings nicht bewusst war.

Ein Coach hat mir damals schmerzhaft klar gemacht, was ich bereits wusste. Ich bin eine starke Frau, mit einem Mann ohne Eigenleben würde ich nicht glücklich werden. Es hat noch eine ganze Weile gedauert, bis ich mich dann endlich getraut habe, mich von ihm zu trennen.

Kennst du das Gefühl, wenn dir eine Tonne Last von der Schulter fällt? Als er ausgezogen ist, war ich frei und unendlich erleichtert. Dieses Gefühl vergesse ich nie!

Über- oder Unterordnen?

Die Beziehung davor war das genaue Gegenteil. Ständige Streitereien und ein Gerangel um Macht und Rechthaberei. Der Sex war grandios, doch der Alltag war ein permanentes Seilziehen, das unsere letzen Kräfte aufgefressen hat. Auch das war keine Partnerschaft auf Augenhöhe, sondern ein hin und her aus Über- und Unterordnen.

Wenn einer Recht hat, muss der andere automatisch Unrecht haben. Somit gibt es einen Gewinner und einen Verlierer. Auch wenn es sich super anfühlt, einen Konflikt zu „gewinnen“, auf Dauer verlieren dabei beide und die Beziehung geht vor die Hunde. Das ist Krieg und Kampf und hat nichts, rein gar nichts mit Liebe zu tun!


Bei der Blogparade über Männlichkeit haben über 60 Bloggerinnen und Blogger mitgemacht. Hier findest du weitere spannende Beiträge zum Thema: 

Ich liebe es, eine andere Sichtweise zu hören (oder zu lesen). Besonders natürlich die Sicht der Männer. Stöbere durch die Artikel der Jungs, das lohnt sich auf jeden Fall.


Beziehung mit Respekt und auf Augenhöhe

Erst seit meinem Mann weiß ich, was es heißt, auf Augenhöhe zu sein. Er lässt sich von mir nicht die Butter vom Brot nehmen. Und genau das liebe ich so sehr. Wenn ich ungerecht, nörgelnd oder zickig bin, lässt er sich nicht groß davon beeindrucken.

Meine Launen prallen an ihm ab. Er steigt weder auf einen Kampf mit mir ein, noch lässt er sich alles von mir gefallen. Er bleibt ganz bei sich. In solchen Situationen, wie z.B. die „Scheiß-Kerze“ an meinem Geburtstag oder beim „Gardasee-Gezicke“, probiert er viele verschiedenen Strategien aus, um die Schieflage wieder gerade zu biegen, ohne sich selbst zu verbiegen. 

Irgendwann kommt er an einen Punkt, wo er mir deutlich ins Gesicht sagt, dass ich gerne noch weiter rumzicken oder heulen kann, doch er darauf keinen Bock hat und mich auch im eigenen Saft schmorgen lässt, wenn es sein muss. Zu keiner Zeit wird er abfällig, respektlos oder verletzend. Im Gegenteil, er betont sogar in solchen Momenten, wie sehr er mich liebt.

Wie behältst du den Respekt deiner Partnerin?

Respekt ist erstmal nur ein Begriff. Rednerin Katja Kerschgens nennt diese Begriffe „Diffuslinge“, meine Business-Mentorin Barbara Lampl schiebt die Dinger ins „Plattitüden-Land“. Was heißt das?

Jeder Mensch macht sich von Begriffen ein anderes Bild. Jeder versteht darunter was anderes. Treue, Spaß, Achtsamkeit, Ehrlichkeit, Respekt – was immer DU darunter verstehst, deine Partnerin verbindet mit diesen Begriffen möglicherweise etwas anderes.

Kläre für dich, was du unter Respekt verstehst und beobachte dich selbst:

  • Woran würdest du merken, dass du dich selbst respektierst?
  • Woran erkennst du, dass deine Partnerin dich respektierst (oder nicht)?
  • Was ist respektvolles Verhalten für dich? Wie zeigst du Respekt? Wie zeigt deine Partnerin, dass sie dich respektiert?
  • Wann bist du selbst respektlos? Beobachte dich mal, wenn du über deine Eltern sprichst oder über dich selbst.
  • Traust du dich, deiner Partnerin deine wahren Wünsche, Träume und Bedürfnisse zu offenbaren?
  • Traust du dich, deine Bedürfnisse einzufordern?
  • Hältst du zu oft die Klappe? Nur um des lieben Friedens willen?
  • Bist du der Held deiner Frau oder eher ein Pantoffel-Held?

Wenn du hier wirklich ehrlich zu dir selbst bist, kann das erst einmal ganz schön weh tun. Erkenntnis ist der erste Weg zur Besserung und dein Selbst-Respekt steigt, sobald du dich der Problematik mutig stellst und die Entscheidung triffst, die Lusche hinter dir zu lassen.

Mann oder Memme – aus Sicht einer Frau

Für mich ist es extrem wichtig, ein gestandenes Mannsbild an meiner Seite zu haben. Ich bin kein zartes Mäuschen und fühle genau, dass mein Mann sich selbst respektiert. Es beeindruckt mich immer wieder, dass er sich von mir nicht „rumkuschen“ lässt. Nichts ist schlimmer als ein Wackel-Dackel. Mit einem Wackel-Dackel wollen wir nicht vögeln.

„Für guten Sex braucht es einen echten Mann mit Eiern in der Hose!“ Und ich meine das mehr im übertragenen Sinne ;-).

Einen „echten“ Mann erkennen wir Frauen an:

  • Seiner Körperhaltung
  • Einem festen Blick, der meinem Stand hält
  • Seiner Stimme und an seiner Sprache
  • An seinen Taten (labern kannst du viel, am Ende zählt das Ergebnis)
  • Daran, wie er mit seinen Kindern umgeht (gerade mit Babys und Teenagern)
  • Wie er Konflikte meistert

Das alles sind unbewusste und größtenteils nonverbale Signale. Die kannst du nicht ändern, wenn der Respekt zu dir selbst nicht gegeben ist. Wenn dir klar ist, dass deine Bedürfnisse genauso wichtig sind (und gleichberechtigt) wie die deiner Partnerin, dann drückst du das alles in deiner Haltung aus. Die kannst du nicht faken, sorry.

Steckst du mitten in einer Affäre, unter der du leidest, frage dich, ob das eine Pantoffel-Helden-Trotz-Reaktion ist, oder wirklich Liebe.

Wenn du zu wenig Sex, zu wenig Freiraum, keine Zeit für deine Träume, keine Unterstützung für deine Spinnereien, zu viel Genörgel und zu wenig Rückhalt hast, wird es Zeit, deine Wünsche anzusprechen und es auszuhalten, dass deine Frau angepisst ist. Glaub mir, auf Dauer wird sie deinen Respekt spüren und dich wieder respektieren.

Ein Held hat Eier in der Hose. Eine Memme nicht.

Leben darf leicht gehen und Spaß machen. Liebe auch!

Herzlichst
Melanie

PS. Der großartige Renè Borbonus hat einen tollen Vortrag über Respekt gehalten. Nimm dir die 20 Minuten, die lohnen sich!

PPS. Wenn ich dich unterstützen kann, deine Lusche hinter dir zu lassen, sag Bescheid. Ein Coaching mit mir tut Männern gut ;-).

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