Polyamorie – Wie viele Menschen können wir lieben?

Polyamorie#086: Was ist Polyamorie? Wie viele Menschen können wir lieben? Können wir mehr als eine Beziehung führen? Oder ist das alles nur ein Zeichen für Beziehungsunfähigkeit?

Polyamorie ist ein heißes und trendiges Thema. Es spaltet die Gemüter wie kein anderes. Denn hier wird das gesellschaftliche Tabu der sexuellen Treue und Exklusivität berührt. Na ja, was heißt berührt. Es wird vollkommen zerlegt.

Die “Berichterstattung” ist oft auch dementsprechend hitzig. Glühende Anhänger der Polyamorie bekriegen sich gerne mit ebenso hitzigen Verfechtern der klassischen Monogamie. So wie Fleischesser die Veganer bekriegen und umgekehrt.

Als ich mich fremdverliebt habe, war ich extrem verwirrt und verzweifelt und habe im weltweiten Netz recherchiert. Zum ersten Mal in meinem Leben las ich über offene und geschlossene Beziehungen, darüber, dass auch glückliche Menschen fremdgehen und über Polyamorie.

Polyamorie – was ist das?

Das Wort setzt sich zusammen aus dem griechischen poly =viele/mehr und amor (lateinisch) = Liebe. Damit wird eine Beziehungsform beschrieben, die aus mehreren Partnern gleichzeitig besteht, von der alle Beteiligten wissen und damit einverstanden sind. Klingt schräg, ist es auch.

Genau deshalb finde ich es so spannend. Auf Facebook gibt es eine Gruppe „Polyamorie Deutschland“ (HIER kommst du direkt dort hin). Durch diese Gruppe habe ich am meisten gelernt über die Polyszene und hab Einblick bekommen in gelebte Polyamorie Erfahrungen.

Polyamorös zu leben bedeutet, dass eine bestehende Liebe nicht enden muss, wenn eine neue beginnt. Immer wieder begleite ich Paare im Coaching, wo sich einer fremdverliebt hat, diese Liebe nicht aufgeben kann oder will und der bisherige Partner sich auf das Experiment einlässt, eine dritte Person zu integrieren.

Offene Beziehung vs. Polyamorie

Menschen, die eine polyamore Beziehung führen, haben nicht nur Sex mit anderen Menschen (wie in einer offenen Beziehungen), sondern sind auch emotional und lebenstechnisch mit mehr als einem Partner verbunden. Das bedeutet eine/zwei/mehr Beziehung/en mit allem was dazu gehört: Kino, Ausflüge, Familienfeiern, Urlaub, usw.

Die Beziehungen sind manchmal gleichwertig, manchmal hierarchisch. Es kann Haupt- und Nebenbeziehung und Außenpartner geben, muss aber nicht so sein. Und es kann sein, dass ein Mensch poly ist (poly denkt und fühlt), aber trotzdem monogam lebt, weil es keine weiteren (verfügbaren) Partner gibt, oder der bestehende Partner nicht bereit ist, poliamourös zu leben.

Wichtig ist, dass ALLE Beteiligten Bescheid wissen müssen! und NIEMAND irgendwas verheimlicht. 

Es gibt auch „Triaden“, in der sich alle drei Partner gegenseitig lieben. Schön wird das dargestellt in der Netflix-Serie „You Me Her“ , in der sich ein Ehepaar gleichzeitig in eine junge Frau verliebt und sie sich in beide Partner.

Das ist nur eine grobe Unterscheidung von Poly Beziehung zu offener Beziehung. Eine genauere Auflistung der vielfältigen Liebesbeziehungskonzepte, wie z.B. Beziehungsanarchie, Triade, usw… veröffentliche ich nächste Woche hier auf dem Blog.

Polyamouröse Beziehung – 1, 2, viele

Manchmal leben drei oder mehr Partner zusammen, schlafen im selben Bett und erziehen die Kinder gemeinsam. Auch wenn das nicht meine bevorzugte Lebensform ist, finde ich es großartig wie diese Menschen es schaffen, die Bedürfnisse von allen unter einen Hut zu bekommen und dabei sehr einfühlsam und offen zu sein.

Es gibt eine interessante Regel in der Polyszene: In der Verliebtheitsphase (wenn ein neuer Partner hinzu kommt, liebevoll NRE NewRelationshipEnergy genannt) und im Liebeskummer (wenn sich ein Partner verabschiedet), werden keine wichtigen Verträge unterschrieben. Das macht Sinn, weil das Gehirn sich im Ausnahmezustand befindet!

Einige Polys setzen sich dafür ein, heiraten zu dürfen. Das ist in Deutschland gesetzlich verboten. Dennoch gibt es Vermählungsrituale oder Kaufverträge für Immobilien, die mehr als zwei Partner einschließen und die Wertigkeit der Mehrbeziehung unterstreichen sollen.

Polyamorie und Eifersucht

Jack liebt Emma, Jack liebt Izzy. Emma liebt Izzy und Jack. Izzy liebt Emma und Jack. Die drei haben grandiose Erlebnisse im Bett und stürzen immer wieder in tiefe Eifersuchtsdramen, weil z.B. Jack sich alleine mit Izzy vergnügt und Emma sich ausgegrenzt fühlt. (Szenen aus „You ME Her“).

In Poly-Beziehungen gibt es Auf’s und Ab’s wie in jeder Beziehung. Es gibt erotische Höhenflüge und emotionale Abgründe. Und natürlich spielt Eifersucht eine mehr oder weniger große Rolle. Am Anfang eines Beziehungsexperimentes gibt es haufenweise Fettnäpfchen, in die die Menschen treten können.

Erst im Laufe der Zeit, über viele Gespräche und praktisches Ausprobieren lässt sich ein individuelles Konzept entwickeln, mit dem alle Beteiligten klar kommen. Das heißt aber nicht, dass diese Beziehungen statisch bleiben und ein Happy End haben. Happy End ist Blödsinn! JEDE! Beziehung ist im Wandel.

Je mehr Menschen involviert sind, desto vielfältiger sind die Erwartungen, Wünsche und Bedürfnisse und desto achtsamer und bewusster darf jeder mit der Verbindung und den Veränderungen der Perönlichkeiten umgehen. Diesen Weg würde ich persönlich von einem Profi unterstützen lassen, der sich mit Polyamorie, bzw. Offenen Beziehungen auskennt.

Polyamorie = Beziehungsunfähig?

In unserer monogam geprägten Gesellschaft, werden Menschen, die sich für die Polyamorie entscheiden, als Beziehungsunfähig kritisiert. Doch das ist ein großer Irrtum. Wer polyamor leben möchte, braucht deutlich bessere Fähigkeiten in Kommunikation, Einfühlungsvermögen und Zeitmanagement.

Die gesellschaftlichen Überzeugungen und Dogmen, wie eine „richtige“ Beziehung sein soll (monogam und treu), finde ich schrecklich. Jeder soll für sich entscheiden, mit welcher Beziehungsform er oder sie am glücklichsten ist. Leben und leben lassen. Das wäre schön! Ja, auch für Veganer, Minimalisten und sonstige ungewöhnliche Lebensformen.

Homosexualität ist zum Glück in der heutigen Zeit schon fast gesellschaftlich anerkannt. Aber leider nur fast, auch da ist noch Luft nach oben. Manche Polys berichten, dass sie schon früh einfach wussten, dass er oder sie nicht „normal“ ist und nicht monogam leben kann. Sie vergleichen es mit dem Wissen, Homosexuell zu sein. Man ist es einfach oder eben nicht.

Liebe wird mehr durch lieben

Liebe wird mehr, wenn wir sie verschwenden. Der Liebe ist es egal, wen und wie viele wir lieben. Wir alle haben die Fähigkeit mehrere Menschen gleichzeitig zu lieben. Wir lieben unsere Eltern, Geschwister, Freunde, unsere Partner und unsere Kinder. Jede Liebe ist einzigartig und exklusiv.

Die Liebe zu meiner Mama ist ganz anders, als die zu meinem Papa. Die Liebe zu meinem Sohn ist anders, als die Liebe zu meiner Tochter. Da gibt es kein mehr oder weniger, besser oder schlechter. Einfach anders. Und mit jedem weiteren Menschen, den wir lieben, wird unser Herz größer, nicht kleiner. Es ist ja keine Torte, die in Stücke aufgeteilt wird.

Mir persönlich wäre eine polyamore Beziehung zu anstrengend. Ich weiß, dass ich mehrere Menschen lieben kann und habe das auch schon erlebt, jedoch der ganze Organisations- und Zeitaufwand wäre mir zu viel. Die Ehe zu meinem Mann, meine Kinder und meine Selbständigkeit fordern mich genug. Ich hätte keinen Platz und keine Zeit, um eine weitere Beziehung so zu pflegen, wie ich es von mir erwarten würde.

Und ganz ehrlich, ich hab die tollste Schwiegermama der Welt! Aber eine reicht mir.

Leben darf leicht gehen und Spaß machen. Liebe auch!

Herzlichst,
Melanie

PS. Wenn du deine Beziehung öffnen willst, selbst fremdverliebt bist oder deine Partnerin/dein Partner und ihr einen Weg finden wollt, in möglichst wenige Fettnäpfchen zu treten, buche dir ein Coaching mit mir. Ich leite euch behutsam und mit wachsamen Augen durch den Prozess.

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