Was macht eine gute Beziehung aus?

#073: Was macht eine gute Beziehung aus? Was ist wichtig in einer Beziehung? Wie bleibt die Liebe langfristig frisch und haltbar? In diesem Beitrag stelle ich dir 4 Zutaten vor, die es braucht, um eine Traumbeziehung zu leben.

Vielleicht ist dir eines klar: es gibt keine perfekte Beziehung. Aber es gibt eine erfüllende, nährende und wertschätzende Beziehung, die dir und deinem Partner gut tut. Wenn du die Impulse anwendest und wirklich umsetzt, kannst du auch eine Beziehung verbessern, die in einer Schieflage steckt.

Meine eigene Hochzeit war für mich ein einschneidendes Erlebnis und der Startschuss für alle Energie, die ich in meine Beziehung investiere. Ich hatte dermaßen die Hosen voll, dass ich Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt hab, um zu lernen, wie ich meine Traumbeziehung gestalte. Aber lies selbst…

 

 

 

Die Braut, die sich traut

Seit 5 Uhr morgens bin ich wach, wobei ich nicht wirklich viel geschlafen habe. So sitze ich hier in meinem wunderschönen, teuren Kleid, frisiert und geschminkt und warte darauf, abgeholt zu werden. Die Nervosität steigt ständig, obwohl ich dachte, den Höhepunkt bereits erreicht zu haben.

So intensiv mit mir selbst beschäftigt, bekomme ich gar nicht richtig mit, wie es Andi geht. Wir sprechen nicht darüber, sondern lachen uns immer wieder unsicher an. Er sieht großartig aus in dem neuen Anzug. Der gelbe VW-Beetle meiner Mama kommt die Einfahrt herein, ein großes Blumenbouquet ziert die Motorhaube.

Der ganze Juni war heiß und sonnig, ausgerechnet heute zieht ein Regentief durch Bayern und wir mussten die Kutsche durch ein Auto ersetzen. Wir quetschen uns auf die Rücksitzbank und los geht’s.

Jetzt ist es also soweit! Jetzt gibt es kein Zurück mehr. Ach du Scheiße!

Ganz in Weiß mit einem Blumenstrauß

Die Fahrt zum Standesamt ist kurz. Als ehemalige Mitarbeiterin des Rathauses werde ich von den alten Kollegen herzlich in Empfang genommen. Der Bürgermeister hat sich schick gemacht, um uns gleich zu trauen. Das Glas Prosecco dämpft meine Aufregung nur minimal. Was mach ich hier eigentlich?

In meinem Kopf kreisen die wildesten Gedanken. Was, wenn ich den größten Fehler meines Lebens mache? Was, wenn ich mich falsch entschieden habe und wir das Ding gegen die Wand fahren?

Das weiß ich doch jetzt alles noch nicht!

Kirchliche Trauung

150 Menschen und mein Mann warten in der großen Kirche auf die Braut. Stolz führt mich mein Papa zum Altar. Der von mir bestellte Gospel-Chor begleitet jeden meiner Schritte dramatisch musikalisch. Das Herz klopft mir bis zum Hals. Die kirchliche Trauung ist viel schwerwiegender als die standesamtliche. Schließlich verspreche ich ja gleich etwas, was ich vielleicht gar nicht halten kann. Womöglich trifft mich dann der Blitz…

Zu der kirchlichen Trauung musste ich Andi überreden. Er ist schon lange ausgetreten und hat mit den Katholiken noch weniger am Hut als ich. Doch ich mochte unseren damaligen Pfarrer und war der Meinung, dass die Nüchternheit eines Standesamtes der weitreichenden Entscheidung nicht Genüge tat.

Bis dass der Tod uns scheidet

Ich verspreche ewige Treue in guten wie in schlechten Zeiten. Ich verspreche, unsere Kinder im christlichen Glauben zu erziehen und einiges mehr. Ich verspreche, dass erst der Tod uns scheiden wird, wann auch immer das sein mag. Ich lache und heule abwechselnd, ich bin gerührt und zutiefst geängstigt. Meine Emotionen fahren eine krasse Achterbahn mit mehreren Loopings.

Auf der nachfolgenden Feier kann ich weder was essen, noch mich betrinken. Mir ist schlecht und der Gedanke, dass ich möglicherweise einen riesigen Fehler begehe, lässt mich nicht in Ruhe. Wir tanzen und lachen, wieder heule ich und die Achterbahn gibt Vollgas.

Die perfekte Beziehung?

Irgendwann seile ich mich für ein paar Minuten von der Gesellschaft ab und gehe spazieren. Sämtliche Schlagzeilen von schmutzigen Rosenkriegen aus der Regenbogenpresse tauchen vor meinem inneren Auge auf. Die ersten Scheidungen im Freundeskreis gibt es bereits und die Statistik ist mir wohl bekannt. Die Wahrscheinlichkeit, es mit Andi „zu schaffen“ liegt bei fiftiy-fifty.

An diesem Sommerabend im Juni 2003 schwöre ich mir selbst, dass ich alles tun werde, was ich kann, um diese Ehe erfolgreich und glücklich zu gestalten. Ich brauche keine perfekte Beziehung, ich brauche eine, die funktioniert und viele Jahre übersteht.

Schon seit meiner Jugend beschäftige ich mich mit Psychologie, Persönlichkeitsentwicklung und Spiritualität, so dass ich mir meiner eigenen Verantwortung absolut bewusst bin. Mir ist völlig klar, dass nicht Andi dafür zuständig ist, mich glücklich zu machen, sondern nur ich selbst. Und dass ich einiges tun kann, um unsere Beziehung glücklich zu halten.

Die 7 Geheimnisse der glücklichen Ehe

Das Buch von John Gottmann*Beziehung glücklich Gottmann ist einer von vielen Ratgebern über Liebe und Beziehungen, die ich kurz nach meiner Hochzeit kaufe und verschlinge. Ich will es wirklich hinkriegen. Ich hab keinen Bock auf eine Scheidung und meine beste Freundin hat das Amt der Trauzeugin mit den Worten angenommen: „Wenn du dich wieder scheiden lässt, dreh ich dir den Hals um!“ Sie ist sehr gläubig und mit einem Versprechen vor Gott macht man keine Späße.

Gottmann erforscht seit Jahrzehnten das Verhalten von Paaren. Er betreibt ein Liebes-Labor, wo er frisch verheiratete Paare beobachtet, wie sie miteinander umgehen. Aufgrund von bestimmten Merkmalen kann Gottmann ziemlich genau vorhersagen, welche Ehen halten und glücklich bleiben und welche unglücklich werden und zerbrechen.

Was macht eine gute Beziehung aus?

Er teilt die Paare in zwei Gruppen ein: Masters und Disasters (Meister und Katastrophen). Die Disasters sind nach 6 Jahren bereits geschieden oder chronisch unglücklich. Die Fragestellung der Forscher lautet: Was macht eine Beziehung aus? Was macht eine gute Beziehung aus? Worin unterscheiden sich die Paare?

Die Forscher untersuchen sowohl die Psychologie (über Befragungen), als auch die Physiologie (Körperreaktionen wie Blutdruck, Puls, Schweißbildung, etc…) der Partner. Interessant ist, dass auch diejenigen Disasters, die äußerlich ruhig erscheinen und im Interview entspannt wirken, heftige Körperreaktionen zeigen.

Das deutet darauf hin, dass die unglücklich Liierten in einer permanenten Kampf- und Fluchtbereitschaft leben. Der Partner wirkt eher wie ein Säbelzahntiger und keineswegs als Quell unendlicher Liebe und Freude. Diejenigen, die in ihrer Beziehung glücklich sind, zeigen sogar im Streit geringe Körperaktivitäten und bleiben nicht nur äußerlich ruhig und entspannt.

Was ist wichtig in einer Beziehung?

1. Zuwendung

Die Masters stellen immer wieder eine Verbindung zueinander her. Beide machen sich gegenseitig Angebote, die Aufmerksamkeit aufeinander zu richten. Das kann eine Frage sein, ein „schau mal hier“, eine Berührung oder ein Lächeln. Im Durchschnitt liegt die Zuwendungsrate bei glücklichen Paaren bei ca. 87%, laut Gottmann.

Disasters gehen auf diese Einladungen nicht ein und machen sie weniger. Sie fühlen sich genervt, wenn der Partner sie beim Lesen unterbricht oder sie berührt. Sie werfen sich keine oder kalte Blicke zu und lächeln weniger. Die Zuwendungsrate liegt bei 33%. Nur 3 von 10 Angeboten zu emotionaler Verbindung werden erwidert.

  • Wie viele Angebote macht ihr euch gegenseitig?
  • Wie oft streichst du im Vorbeigehen über den Rücken deines Partners?
  • Teilt ihr interessante Beiträge, die ihr gelesen habt miteinander?
  • Wie oft lächelst du deinen Partner an?
  • Wie oft sagst du ihm*ihr, wie schön es ist, dass es ihn*sie gibt?

2. Großzügigkeit & Güte

Glückliche Paare gehen großzügig miteinander um. Sie gestehen sich gegenseitig Fehler zu, verzeihen sogar eine Affäre, wenn’s sein muss, sie hacken nicht darauf rum und ihre innere Haltung ist gütig und positiv. Sie ermutigen sich, sprechen Wertschätzung und Anerkennung aus und halten auch mal die Klappe, wenn eine Bemerkung der Beziehung nicht dienlich ist. Sie wissen, dass Güte nicht vom Himmel fällt, sondern trainieren diese Haltung ständig.

Unglückliche Partner sind kleinlich und kritisieren den anderen oft. Fehler werden immer wieder aufs Butterbrot geschmiert. Die Schuld liegt grundsätzlich beim Anderen und Verhaltensweisen zur Verbesserung der Beziehung werden vom Anderen erwartet. Das geht soweit, dass der Mann einer Klientin ihr empfiehlt, Medikamente zu nehmen(!!!), damit sie IHRE Krise (die eine dicke fette Beziehungskrise ist) überwindet.

3. Vermeide die 4 apokalyptischen Reiter

Ein sicheres Anzeichen für das Sterben einer Beziehung sind die 4 apokalyptischen Reiter, die Boten der Apokalypse, des jüngsten Gerichts. Wenn diese 4 Reiter in deiner Beziehung Einzug gehalten haben, na dann gute Nacht.

Die vier Reiter sind:

Negative Kritik – Abwer/Rechtfertigung – Verachtung/Geringschätzung – Mauern/Rückzug

Wichtig in einer Beziehung ist es, dass du SOFORT aufhörst, an deinem Partner rumzumeckern (negative Kritik). Wenn du etwas möchtest, was dein Partner tut, kannst du ihn*sie einfach darum bitten. Ohne Motzen, ohne seine*ihre Persönlichkeit anzugreifen. Somit fangen die Reiter erst gar nicht an zu galoppieren.

Wenn ihr oft mit den Augen rollt, euch gegenseitig Schimpfwörter an den Kopf werft und euch unter der Gürtellinie beleidigt, braucht ihr euch nicht zu wundern, wenn ihr das Ding gegen die Wand fahrt! Verachtung ist einer der stärksten Faktoren für ein baldiges Beziehungs-Aus! 

In meiner Beratung habe ich manchmal Paare, die tagelang nicht miteinander reden, die beleidigt sind und sich mit Nichtbeachtung bestrafen. Das ist psychische Gewalt! Ich hoffe, das ist dir klar. Zuckerbrot und Peitsche haben in einer Beziehung NICHTS zu suchen!

4. Positive Interaktionen

In einer glücklichen Beziehung liegt das Verhältnis von negativen zu positiven Interaktionen zwischen den Paaren bei 1:5. Eine negative Interaktion wird durch 5 positive kompensiert. Bei den Disasters überwiegen die negativen. Entweder hilft dann eine gute Paarberatung mit Generalsanierung oder das Absteigen von einem toten Pferd.

Doch auch die Trennung hilft nicht wirklich. Die nächste Beziehung wird der alten ziemlich schnell ähneln, wenn nicht in der Zwischenzeit eine Entwicklung der eigenen Persönlichkeit statt gefunden hat. Deshalb ist der Wechsel vom Ehemann zum Geliebten nur scheinbar die Lösung aller Probleme. Eine neue Liebe ist nämlich nicht wie ein neues Leben. Du nimmst dich selbst immer mit. 

15 Jahre später – Traumbeziehung

Im Juni hatten wir unseren 15. Hochzeitstag. Andi und ich sind bis heute super glücklich, haben einige Krisen gemeistert, uns selbst und unsere Beziehung immer weiter entwickelt. Ohne Übertreibung kann ich sagen, dass wir in unserer Traumbeziehung leben.

Das Versprechen mit der Treue ist obsolet, unsere Kinder wurden nie getauft und ich bin mittlerweile auch aus der Kirche ausgetreten. Ich hab noch immer keine Ahnung, ob der Tod uns scheidet. Doch es sieht ziemlich gut für uns aus ;-).

Was macht eine glückliche Beziehung aus? Sich zwischendurch auch mal den Allerwertesten dafür aufzureißen und die eigenen Ängste und Begrenzungen zu überwinden. Es bedeutet Energie zu investieren und stetig zu lernen. Dann ist deine Beziehung ein Ponyhof. Je besser du reiten kannst, desto mehr Spaß macht sie dir! 

Leben darf leicht gehen und Spaß machen. Liebe auch!

Herzlichst
Melanie

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PPPS. Zu diesem Artikel wurde ich inspiriert von DIESEM ARTIKEL – absolute Lese-Empfehlung!

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