Freu und Mann in emotionaler Distanz auf einem Balkon.

Liebeskummer nach der Affäre: Was tun, wenn dein Partner um jemand anderen trauert

Wenn dein Partner oder deine Partnerin nach einer Affäre Liebeskummer hat, ist das real, menschlich und häufiger als die meisten denken. Es bedeutet nicht zwingend, dass er oder sie dich nicht liebt. Was es bedeutet, warum dieser Schmerz doppelt trifft und was du konkret tun kannst, ohne dich dabei selbst aufzugeben.

Die Affäre ist aufgeflogen. Beendet. Eigentlich sollte jetzt der Anfang vom Ende des Dramas sein.

Und dann merkst du: Er oder sie ist unglücklich. Nicht wegen dir. Wegen der anderen Person. Dein Partner trauert um jemanden, mit dem er oder sie dich betrogen hat.

Das ist eine Situation, die viele Betrogene völlig unvorbereitet trifft. Weil kaum jemand darüber spricht. Weil es keinen gesellschaftlich anerkannten Platz gibt für den Liebeskummer, der aus einer Affäre entsteht. Und weil das für dich als betrogene Person eine ganz eigene, schwer aushaltbare Schicht obendrauf bedeutet.

Warum dein Partner nach der Affäre Liebeskummer hat

Das erste, was die meisten denken: Das kann doch nicht sein. Wenn man jemanden betrügt, hat man das Recht verwirkt zu leiden. Und außerdem: Entweder er will mich oder er will sie. Was soll das?

Das klingt logisch. Aber Gefühle arbeiten nicht nach dieser Logik.

Eine Affäre ist selten nur Sex. Häufig entsteht eine emotionale Bindung, die über Monate gewachsen ist. Dopaminausschüttungen, das Verbotene, das Besondere, der Hormoncocktail, den Verliebtheit mit sich bringt, oft intensiver als in normalen Beziehungen, weil die Rahmenbedingungen ihn zusätzlich befeuern. Wenn das von einem Tag auf den anderen endet, manchmal durch das Auffliegen, ohne Vorbereitung, ohne Abschied, dann ist Liebeskummer die physiologische Konsequenz. Genauso wie nach jeder anderen Verliebtheit auch.

Das macht es nicht weniger schwer für dich. Aber es hilft, es zu verstehen, bevor du anfängst, es zu deuten.

Was dieser Liebeskummer bei dir auslöst

In meiner Arbeit mit Betrogenen höre ich zu diesem Thema immer wieder dieselben Gedanken. Ich liste sie bewusst auf, weil es gut tut zu wissen, dass man mit ihnen nicht allein ist.

„Woher soll ich wissen, dass er wirklich mit mir zusammen sein will, wenn der Liebeskummer so stark ist? Bin ich nur Plan B?“

„Ich hab Angst, dass er es nicht aushält und die Affäre wieder anfängt.“

„Ich bin verletzt und gleichzeitig total wütend. Erst hat er mich betrogen, und jetzt ist er auch noch traurig wegen ihr.“

„Ich glaube manchmal, er ist nur wegen der Kinder noch hier.“

Und dann, etwas leiser: „Eigentlich würde ich ihm gern helfen. Aber ehrlich gesagt? Ein Teil von mir will ihn auch leiden sehen.“

Den letzten Satz sagen die wenigsten laut. Aber er ist so menschlich wie alles andere auf dieser Liste. Wenn man angepisst ist, mag das Ego es, wenn die andere Person auch leidet. Das ist keine Boshaftigkeit, das ist Ego. Muss man nicht entertain, aber muss man auch nicht verurteilen.

All diese Gedanken sind nachvollziehbar. Und alle davon bringen dich, wenn du ihnen unkontrolliert folgst, tiefer in den Dramapool statt raus.

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Was du nicht tun kannst – und was du kannst

Du kannst nicht kontrollieren, wie lange dein Partner Liebeskummer hat. Du kannst nicht wissen, wie oft er oder sie an die andere Person denkt. Du kannst nicht erzwingen, dass die Gefühle aufhören.

Was du kannst: Deine eigene Einstellung dazu ändern.

Das klingt nach einem Satz, den man wegwinken möchte. Aber er ist das Einzige, was wirklich hilft. Denn solange du versuchst, die Situation von außen zu kontrollieren, nimmst du dir selbst die Handlungsfähigkeit in dem einzigen Bereich, in dem du sie tatsächlich hast.

Deine Gedanken und Gefühle von seinen oder ihren trennen

Was du fühlst, ist dein Prozess. Was er oder sie fühlt, ist deren Prozess. Das eine beeinflusst das andere, aber es ist nicht dasselbe. Wenn du seine Trauer mit deinem Schmerz verschmilzt, verlierst du den Überblick über beides.

Dich nicht selbst wegräumen

Das ist der häufigste Fehler in dieser Situation. Man will so sehr Stabilität anbieten, so sehr „die Vernünftige“ oder „der Vernünftige“ sein, dass man den eigenen Schmerz komplett runterschluckt. Das geht eine Weile. Und dann explodiert es irgendwo anders.

Deinen Körper nicht vernachlässigen

Das klingt banal, ist aber die Basis von allem. Schlechter Schlaf, kein Essen, kein Sport, das ist der Zustand, in dem Krisengedanken besonders laut werden und Entscheidungen besonders schlecht. Ich hab das selbst lange falsch gemacht, jahrelang das Business aufgebaut, die Kinder daneben, und mich selbst ganz hinten angestellt. Seitdem ich das anders mache, bin ich eine bessere Coachin, eine bessere Mutter, eine bessere Frau. Nicht weil ich egoistisch geworden bin, sondern weil man aus einem leeren Glas nicht einschenken kann. Im Flugzeug setzt du die Sauerstoffmaske zuerst selbst auf. Danach hilfst du anderen.

Grenzen setzen

Du musst keine stundenlangen Gespräche über die Affäre führen, rund um die Uhr verfügbar sein oder so tun, als hätte sein oder ihr Liebeskummer keinen Einfluss auf dich. Das darfst du benennen, ohne grausam zu sein: „Ich bin heute nicht in der Lage, das zu besprechen“ ist ein Satz, kein Angriff.

Das Weltbild, das in die Brüche geht

Hinter diesem Liebeskummer-Schmerz steckt noch etwas anderes: ein Weltbild, das nicht mehr funktioniert.

Die meisten von uns sind mit der Vorstellung aufgewachsen, dass Liebe exklusiv ist. Wer mich liebt, liebt nur mich. Wer an jemand anderen denkt, liebt mich nicht wirklich. Wenn er Liebeskummer wegen ihr hat, kann er mich nicht lieben.

Das ist die Hollywood- und Disney-Seuche, wie ich das nenne. Und sie macht die Situation nicht nur schmerzhafter als sie ist, sie macht sie auch unlösbar. Weil nach dieser Logik gibt es keinen Ausweg außer Trennung.

Aber ist es wirklich so, dass er oder sie keine Gefühle mehr für dich haben kann, nur weil da gerade noch Nachwirkungen einer Verliebtheit sind? Eine Verliebtheit, die neurologisch einem Drogenrausch ähnelt, die Alltagsprobe nie bestanden hat, die vom Verbotensein gelebt hat?

Das muss nicht so sein.

In meinen Coachings erlebe ich immer wieder, dass Paare genau aus dieser Krise rausgehen und ihre Beziehung als ehrlicher, echter und tiefer beschreiben als vorher. Nicht weil die Affäre schön war. Sondern weil das Lügen aufgehört hat. Weil echte Gespräche stattfanden, die vorher nie möglich waren. Weil beide plötzlich wussten, warum sie eigentlich zusammen sein wollen.

Das ist nicht garantiert. Aber es ist möglich. Und wer das von vornherein ausschließt, schließt damit auch die Chance aus.

Vertrauen neu denken

Was in dieser Situation helfen kann, ist eine andere Art von Vertrauen. Kein Pseudovertrauen aus der Kategorie „Mein Partner wird mich nie verletzen“, das ist offensichtlich vorbei. Sondern echtes Vertrauen, das klingt anders.

„Ich vertraue darauf, dass er oder sie eigene Entscheidungen trifft und dass die Entscheidung, die Affäre zu beenden und bei mir zu bleiben, getroffen wurde.“

„Ich vertraue darauf, dass alle Gefühle, die gerade da sind, vergehen können. Auch dieser Liebeskummer.“

„Ich vertraue darauf, dass ich das aushalte. Nicht weil es leicht ist, sondern weil ich nicht tot umfalle, wenn es wehtut.“

Das klingt in der Theorie einfacher als es in der Praxis ist. Und es ist nicht etwas, das man sich einreden kann, wenn man gleichzeitig im Schmerz sitzt. Aber es ist eine Richtung, in die es sich lohnt zu arbeiten.

Wann du Unterstützung brauchst

Eine Affäre zu verarbeiten ist schon schwer genug. Den Liebeskummer des Partners dabei mitzutragen ist ein eigenes Kapitel.

Das alleine durchzustehen, ohne Werkzeuge, ohne jemanden, der die richtigen Fragen stellt, ohne Rahmen, in dem das alles Platz hat, ist möglich. Aber es ist deutlich schwerer und dauert deutlich länger.

Ich würde eine Affäre nicht ohne professionelle Begleitung verarbeiten. Nicht weil man es nicht alleine schafft, sondern weil blinde Flecken sich alleine nicht finden lassen. Das ist ihre Definition.

Im Liebe Leben Premium Membership arbeiten wir genau an diesen Themen: Gedankenmanagement, Emotionsregulation, neue Weltbilder aufbauen, Vertrauen neu definieren. Zweimal die Woche in Live-Calls, mit echten Situationen, nicht mit Theorie. Wenn du lieber erst einzeln einsteigen möchtest, gibt es auch Einzelcoaching und Paarberatung.

Häufige Fragen

Bedeutet der Liebeskummer meines Partners, dass er mich nicht liebt?

Nicht zwingend. Verliebtheitsgefühle, auch die aus einer Affäre, sind neurobiologisch stark verankert. Dass jemand nach dem Ende einer Affäre trauert, bedeutet nicht, dass er keine Gefühle mehr für die Langzeitpartnerin hat. Beides kann gleichzeitig existieren, auch wenn das schwer auszuhalten ist.

Wie lange dauert der Liebeskummer nach einer Affäre?

Das ist sehr individuell und hängt davon ab, wie intensiv und lang die Affäre war, ob es eine aktive Verarbeitung gibt, und ob der fremdgegangene Partner wirklich mit der Situation abgeschlossen hat. Ohne aktive Arbeit kann sich Liebeskummer als stiller Groll und Sehnsucht über Monate hinziehen. Mit professioneller Unterstützung verändert sich das oft deutlich schneller.

Was, wenn ich nicht mehr kann und die Beziehung in Frage stelle?

Das ist keine schwache Reaktion, das ist eine menschliche. Es ist völlig legitim, sich zu fragen, ob diese Beziehung das trägt. Was hilfreich ist: diese Frage nicht im Moment der stärksten Emotionen zu beantworten. Solange du mitten in der Krise bist, sind Entscheidungen, die du triffst, von dieser Krise gefärbt. Erst wenn du wieder Boden unter den Füßen hast, kannst du wirklich klar sehen.

Wenn du tiefer einsteigen willst…

Du kannst auf 3 Wege unsere Unterstützung bekommen. Je nach dem, wie viel persönliche Betreuung du brauchst, sind das deine Möglichkeiten:

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Ich bin Melanie Mittermaier, Affärenmanagerin und Liebescoach. Seit über 15 Jahren begleite ich Menschen durch die kompliziertesten Momente in Beziehungen, auch durch diesen hier. Wenn du mehr davon willst…

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