Vertrauen zurück bringen nach einem Seitensprung

Folge 053: Wie kann man nach einem Seitensprung das verlorene Vertrauen zurück bringen? Gastbeitrag von Nils Terborg.

Vertrauen wieder aufbauenDie Frage ist verständlich, vor allem, da der Schmerz groß ist und mit der eigenen Beziehung sehr viel auf dem Spiel steht. Dazu kommt noch, dass Vertrauen für uns zwar ein geläufiger Begriff ist, der aber ziemlich abstrakt ist.

Oft fragen wir uns daher, was genau sich dahinter verbirgt – und natürlich, wie Vertrauen entsteht und was wir aktiv tun können, um Vertrauen wieder aufbauen zu können.

Um genau diese Fragen kümmern wir uns in den kommenden 6 Minuten!

Shownotes:

Das Loch ohne Boden

Miriam ist am Boden zerstört. Vor einer Woche hat ihr Freund Thorben ihr gestanden, dass er sich zu seiner Arbeitskolleginnen hingezogen fühlt und dass da offenbar auch schon was lief. Um ihren Gefühlen nicht immer alleine ausgeliefert zu sein, hat sie beschlossen, ihre beste Freundin Silke einzuweihen und um Rat zu bitten.

„Thorben hat mir so oft versichert, dass er mich liebt und dass er mich nicht verlassen will. Eigentlich glaube ich ihm das auch, aber irgendwie ist das nur oberflächlich. Immer wenn ich alleine bin und mit dem Grübeln anfange, ist alles Vertrauen weg und ich bekomme Verlustangst. Dass ich mir dann gleichzeitig nicht sicher bin, ob ich die Beziehung so überhaupt weiterführen kann und will, macht es nicht besser.“

Miriams Beschreibung kann hier stellvertretend für die Situation stehen, in der du dich zumindest so ähnlich auch befindest. Vielleicht war es in deinem Fall kein Arbeitskollege, sondern ein Bekannter. Und möglicherweise ist es bei dir nicht die erste Situation, in der es um die Themen Vertrauen, Seitensprünge und Treue ging.

Trotzdem dürften dir viele dieser Punkte bekannt vorkommen:

Verletztes Vertrauen

Betrogen zu werden fühlt sich fürchterlich an. So, als ob du den Boden unter den Füßen verlierst. Jemals Vertrauen wieder aufbauen zu können erscheint völlig unrealistisch!

Oder so, als ob du auf einmal völlig alleine da stehst.

Du weißt einfach nicht mehr, wie du deinem Partner gegenüber Vertrauen wieder aufbauen kannst. Und fragst dich, ob die Beziehung überhaupt noch einen Sinn hat.

Wahrscheinlich wünschst du dir, dass das Gefühl möglichst schnell verschwindet und du wieder zur Ruhe kommen kannst.

Fragen loswerden

Und das Schlimmste daran sind die Gedanken, die ständig und unkontrollierbar in deinem Kopf umherschwirren.

Du denkst Sachen wie:

  • Wie konnte er/sie mir das nur antun?
  • Kann er/sie überhaupt Gefühle für mich haben, wenn er/sie sich so verhält?
  • Wie kann er/sie das jemals wieder gut machen?
  • Wie kann ich wieder Vertrauen spüren, ohne das direkt wieder schlecht zu reden?

Irgendwo ahnst du vielleicht, dass es dich kein Stück weiterbringt, in diesem endlosen Gedankenstrudel und Gefühlschaos festzuhängen.

Aber dieses Wissen hilft dir in diesem Moment auch nicht dabei weiter, wieder ein Vertrauens-Fundament für deine Beziehung aufzubauen

Um das dennoch hinzubekommen (und es ist klar, dass das in jedem Fall etwas Zeit benötigt), schlage ich ganz grob 4 Schritte vor:

  1. Finde heraus, welche Verhaltensweisen, Absprachen und Rahmenbedingungen bei dir dazu führen, dass du (mehr) Vertrauen empfindest
  2. Sprich offen mit deinem Partner darüber und versucht, konkrete Absprachen zu treffen, die es dir leichter machen
  3. Bleibe am Ball und achte darauf, wie sich dein Vertrauen entwickelt
  4. Sprich mit deinem Partner auch darüber, wie ihr in Zukunft mit Situationen umgehen wollt, in denen ihr jeweils Gefahr lauft, das Vertrauen des Partners in euch zu verletzen

Das alles ist leicht zu lesen, die Herausforderung liegt natürlich in der Umsetzung. Daher gehen wir die Schritte noch einmal im Detail durch:

1. Schritt: Was brauche ich, um Vertrauen zu spüren?

Wenn du diese Frage für dich beantworten kannst, bleibt Vertrauen keine leere Worthülse, sondern wird zu einem wertvollen und transparenten Teil eurer Beziehung. Viele Menschen machen Vertrauen nach näherer Betrachtung von diesen Punkten abhängig:

  • Das Verhalten des Partners ist voraussehbar: Dein Partner ist zuverlässig und wenn er etwas verspricht, hält er das auch. Hier bietet sich auch die Frage an: Muss der eine Fehltritt alle anderen (möglicherweise zahlreichen) kleineren gehaltenen Versprechen entwerten? Das ist ein guter Ansatz, um wieder zu einer positiven Perspektive zu finden…
  • Das Maß an Geheimnissen, das ihr voreinander habt, empfindet ihr beide als gesund. Klar, man muss nicht zwangsläufig alles miteinander teilen, aber in manchen Bereichen empfiehlt sich einfach ein sehr hohes Maß an Ehrlichkeit und Offenheit. Vielleicht wäre es Miriam lieber gewesen, wenn Thorben ihr von Anfang an erzählt hätte, dass er sich zu seiner Arbeitskollegin hingezogen fühlt. Prinzipiell muss das kein Drama sein und wenn das Thema auf dem Tisch liegt, lässt es sich auch innerhalb der Beziehung bearbeiten, anstatt zu einem (vertrauensschädigenden) Nebenschauplatz zu werden
  • Könnt ihr auch Konflikte und abweichende Meinungen thematisieren? Herrscht eine Atmosphäre, in der die Partner grundsätzlich alles offen sagen können, ohne dass direkt die Gefahr besteht, dass ein Partner droht, alles hinzuschmeißen?

Bedenke bitte, dass deine Liste dieser zwar ähneln kann, aber vielleicht auch ganz anders aussieht. Bleib hier aufgeschlossen und versuche, zu deiner Lösung zu finden!

2. Schritt: Mit dem Partner sprechen

Im Optimalfall hast du nun eine klare Vorstellung, was Vertrauen für dich bedeutet und was ihr beide tun könnt, um dem wieder näher zu kommen und Vertrauen wieder aufbauen zu können. Meine Empfehlung: Wenn du deine Gedanken vorab sortiert (eventuell im Gespräch mit einem Vertrauten), dann könnt ihr beide mehr aus dem Gespräch ziehen.

Wichtig: Natürlich kann das Gespräch mit einem ungelösten Konflikt enden. Wenn Thorben etwa nicht bereit ist, den Kontakt zur Arbeitskollegin einzustellen, obwohl Miriam ihm mitgeteilt hat, dass das für ihren Vertrauensaufbau wichtig ist, dann wird es schwierig. Meine Meinung: Wenn Miriam das nun von ihm verlangt, führt das in eine Sackgasse und weg von einer kooperativen Lösungssuche.

Das gleiche gilt natürlich für Thorbens Weigerung, den Kontakt einzustellen. Anstatt etwas zu fordern ist Miriam nun aber möglicherweise besser beraten, sich konsequent zu verhalten und sich zu überlegen, ob sie die Beziehung unter diesen Vorzeichen überhaupt weiter führen kann – oder ob eine unvermeidliche Trennung ansteht.

3. Schritt: Wie entwickelt sich dein Vertrauen?

Wie gesagt, weder der erste noch der zweite Schritt werden dafür sorgen, dass dein Vertrauen sofort und vollständig wieder hergestellt ist. Stattdessen ist es nun die Aufgabe von dir und deinem Partner (wichtig: Nicht einseitig!), dem Thema acht- und aufmerksam gegenüber zu stehen.

Das Gespräch aus dem zweiten Schritt sollte also nicht das letzte gewesen sein. Vielleicht empfiehlt sich auch ein Vertrauenstagebuch. Und im Coaching arbeitet man nicht umsonst häufig mit sogenannten skalierenden Fragen.

Wenn du tatsächlich versuchst, dein aktuelles Vertrauenslevel mal über einen längeren Zeitraum (etwa in deinem Tagebuch) auf einer Skala konkret einzuschätzen, dann kannst du eine übergeordnete Perspektive einnehmen und bist nicht immer nur auf dein unmittelbares Empfinden angewiesen.

4. Schritt: Vertrauensverlust vorbeugen

Ich empfehle ebenfalls, immer ganz konkret darüber zu sprechen, was ihr aus der Krise gelernt habt und wie ihr in Zukunft mit fordernden Situationen umgehen wollt.

Thorben kann es sicher nicht verhindern, dass er sich jemals wieder von einer anderen Frau angezogen fühlt (oder dass Miriam das andersherum passiert). Aber wenn beide offen darüber sprechen können, lässt sich natürlich viel eher gegensteuern.

Die wenigsten Paare werden ihre Definition von Treue lockern wollen und sich Seitensprünge zugestehen. Aber in einem solchen Gespräch können sich beide auf den Wert ihrer Beziehung besinnen und gegebenenfalls nach Problemen (inklusive Lösungen) suchen, falls ein drohender Seitensprung oder Vertrauensverlust eine konkrete Ursache hat.

Beziehung als Entwicklungschance der Partner

Wenn ihr euch mit diesen Fragen ernsthaft auseinandersetzt, dann hat das mehrere Vorteile:

  • Das Problem mit dem Vertrauensverlust löst sich über die Zeit
  • Ihr habt als Paar eine Krise überwunden und euch weiterentwickelt, was eure Beziehung stärkt
  • Ihr habt beide auch als Einzelpersonen eine Chance, euch weiterzuentwickeln

Ich finde vor allem den letzten Gedanken als sehr hilfreich. In meiner Welt sind Partner nicht dafür da, um eine Lücke im eigenen Leben aufzufüllen oder meine Schwächen auszugleichen. Stattdessen sehe ich eine Beziehung gerne als Bereicherung, die mich hier und da auch mal fordert und mir dabei hilft, weiterzukommen.

Somit steht deiner glücklichen Beziehung auf lange Sicht eigentlich nichts mehr entgegen. Und auf diesem Weg wünsche ich dir wie immer viel Erfolg!

Dein

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Artikelbild: © oneinchpunch (Fotolia)

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