Troll dich! Du Troll! Deinen Bullshit braucht niemand!

Folge 039 – Troll dich, du Troll! Was ist das nur für eine seltsame Art zu leben? Anstatt Wertschätzung und Komplimente zu verschwenden, gehen viele Menschen nicht sehr sparsam mit blöder (und null konstruktiver) Kritik um. WTF!?

Facebook-TrollPassend zum Hater-Beitrag vom Donnerstag gibt es heute den Podcast zum Facebook Troll, der mich vor einiger Zeit geärgert und zum Nachdenken gebracht hat.

Dicke Tränen tropfen auf meine Jeans, die ich gerade bügle, in meinen Ohren ertönt laute Techno-Musik aus den 90ern. Ein weiterer Schluck Rotwein tröstet mich. Ich bin wütend, zutiefst traurig und ich fühle mich beschissen.

Ich bin nicht gut genug!

Da isser wieder! Dieser Gedanke, der mich mein Leben lang begleitet und immer wieder um die Ecke biegt. Diesmal ist es ein Facebook-Troll. 

„Als Troll bezeichnet man im Netzjargon eine Person, welche Kommunikation im Internet fortwährend und auf destruktive Weise dadurch behindert, dass sie Beiträge verfasst, die sich auf die Provokation anderer Gesprächsteilnehmer beschränken und keinen sachbezogenen und konstruktiven Beitrag zur Diskussion enthalten.“ Wikipedia

Ich kenne den Mann überhaupt nicht, und ich habe auch nicht um seine „Freundschaft“ gebeten. Er kommentiert auf einem Video-Beitrag, dass er mir einfach nicht zuhören kann. 

„Äh, ja – und weiter?“, frage ich mich. Ich bin sicher nicht für jeden und über Geschmack lässt sich ja bekanntlich nicht streiten, insofern ist es mir völlig egal, ob er mir zuhört oder nicht. Ich kenne ihn überhaupt nicht und bisher wusste ich noch nicht einmal, dass er existiert.

Nett und positiv vs. Facebook-Troll

Ich antworte nicht pampig, sondern sehr höflich und ehrlich, dass es mir egal ist, ob er mir zuhören kann, und dass mir klar ist, dass ich nicht für jeden geeignet bin. Alles gut.

Er lässt nicht locker und meint, er würde mir ja nur mal Feedback geben und dass es mir nicht egal sein sollte. Hmmmmm? Was genau ist sein Feedback? Ich kann keins erkennen. Wer entscheidet, was mir egal sein sollte, und was nicht? Der Typ, den ich gar nicht kenne?

Du doof!

Das was er tut, hat nichts mit Feedback zu tun. Er hätte mir persönlich schreiben können, was ihm an meinen Videos nicht gefällt, ob meine Stimme nicht passt, mein Dialekt oder das Thema. Hat er aber nicht. Er hat einfach nur auf mich draufgehauen. Öffentlich! Damit sagt er nur eines: „Du doof!“

Ich antworte wieder, dass sein Feedback „Nebel in Tüten“ ist, und dass ich nicht geneigt wäre, mich für irgendwelche Menschen zu verbiegen und an ihre Wünsche anzupassen, nur damit sie mir zuhören können. Danach kommt nichts mehr zurück. Interessant, oder? Typisch für einen Facebook-Troll!

„Wenn es dich trifft, be-trifft es dich auch!“

Leider kann ich innerlich nicht ganz über der Sache stehen. Obwohl ich ständig sehr viel positives Feedback zu meinen Videos bekomme, berührt und belastet mich dieser Kommentar mehr, als ich mir wünsche. Obwohl ich weiß, dass das nur ein Troll ist. Ich merke, wie meine Stimmung in den Keller rauscht und begebe mich in denselbigen, um zu bügeln und zu heulen. Mit Rotwein. Und Techno.

Die Musik verstärkt meine Emotion zusätzlich. Erinnerungen an Ablehnungen und Liebeskummer aus vergangenen Zeiten kommen hoch. Vor meinem inneren Auge entstehen Bilder und Szenen von Früher.

  • Meine erste zarte Verliebtheit mit 13 – er hat nie wieder angerufen. Ich war nicht genug!
  • Ein hübscher Typ, den ich toll fand, meinte, mein Dialekt geht ja gar nicht. Ich war nicht genug!
  • Mein Ex, der mich bei jeder sich bietenden Situation klein gemacht und kritisiert hat. Ich war niemals genug!
  • Eine ehemalige Chefin, die mich wegen meiner lauten Stimme permanent ermahnt hat. Ich war nicht genug!
  • Und es geht sogar noch weiter zurück, in meine Kindheit, wo ich mich nicht genug gefühlt habe, weil meine Brüder witziger und talentierter waren und meine Eltern mich mit Liebesentzug bestraft haben. Ich war nicht genug!

Ich fühlte mich schon immer zu klein, zu dick, zu laut, zu mittelmäßig und vor allem: NICHT GUT GENUG!

Lob – Einfach so!

Vor kurzem habe ich ein Seminar besucht mit einer großartigen Übung. Ich ging mit verbundenen Augen langsam durch ein Spalier aus 20 (fremden) Menschen. Jeder dieser Menschen flüsterte mir ein Kompliment ins Ohr. Da waren Sätze dabei wie:

  • Du bist eine wundervolle Frau.
  • Du bist die fröhlichste Person in diesen Raum.
  • Du schaffst das, weil du es kannst.
  • Dein Lachen ist toll.

Dieses Gefühl war unbeschreiblich. Mir liefen die Tränen unter meiner Augenbinde herunter, so berührt haben mich diese warmen und liebevollen Worte der anderen Teilnehmer. Es fühlt sich großartig an, einfach so gelobt zu werden. Und es ist nicht ganz so leicht, das Lob auch anzunehmen.

Ein Teilnehmer meinte nach der Übung, er hätte sich schwer getan, eine fremde Person zu loben, ohne dass die etwas geleistet hat. Also quasi für nix, dann fühlt es sich nicht mehr ehrlich an.

Anerkennung nur gegen Leistung?

Wir alle sind es nicht gewöhnt, dafür gelobt zu werden, dass es uns gibt. Wir haben Anerkennung nur für Leistung bekommen. Kinder definieren ihren Wert über Schulnoten und Erwachsene schuften sich krumm und buckelig, um sich wertvoll zu fühlen. Wir hören Geschichten, nicht genug zu sein, so oft und so lange, bis wir sie selbst glauben.

Wir alle sind ausgetrocknet und hungrig nach liebevollen Worten, nach Komplimenten und nach einer Anerkennung, die wir so selten kriegen. Warum haben Menschen Affären? Sehr häufig, weil die Anerkennung des Partners fehlt und das Gefühl, begehrt zu werden, so unglaublich schön ist.

Warum genüge ich ihm/ihr nicht mehr?

Diese Frage stellt sich dann derjenige, der betrogen wurde. Auch hier geht es um das Gefühl, nicht genug zu sein. Es war schon lange da, bevor der Partner fremdgegangen ist und wurde nur wieder angetriggert. Die Ursache ist niemals der untreue Partner. Die Ursache liegt in der Person selbst.

Auch der „Betrüger“ bekommt die erwünsche Anerkennung nur scheinbar von außen. Die Affäre fühlt sich wunderschön an, doch täuscht sie über die inneren Defizite nur hinweg. Das Paradoxe an einem Fremdgeh-Drama ist, dass sich ALLE Beteiligten nicht genug fühlen.

Die 4 apokalyptischen Reiter:

Negative Kritik – Abwehr/Rechtfertigung – Verachtung/Geringschätzung – Mauern/Rückzug

Wenn diese Reiter häufig in deiner Beziehung vorkommen, ist eine Affäre oder eine Trennung vorprogrammiert. Würden die Paare sich mehr Komplimente machen, anstatt sich zu kritisieren, wäre viel gewonnen. Würden sie sich gegenseitig gute Gefühle machen und bei ihren Träumen und Zielen unterstützen, anstatt sie zu bekämpfen, wären viele weitaus glücklicher.

„Eine gute Beziehung beruht auf Respekt und Wertschätzung.“

Dafür braucht es innere Stärke. Dafür braucht es die Entscheidung:

Du bist genug!

Wir sind überhaupt nicht auf diesem Planeten, um anderen zu genügen! Wir werden niemals für die anderen genug sein, weil jeder das Leben durch seine EIGENE Brille (und die eigenen Defizite) betrachtet. Du kannst dich auf den Kopf stellen und mit den Füßen wackeln, du bist niemals genug! 

Wir sind überhaupt nicht dafür gemacht, genug zu sein. Wir dürfen uns permanent weiterentwickeln, verändern und bewegen, weil das Leben niemals fertig ist. Wir müssen überhaupt nicht gut genug sein. Und damit sind wir es bereits! Du bist genug! Genau jetzt und heute. Und darfst dich trotzdem verändern (wenn du das willst).

Ich bin genug, auch wenn irgendein Typ auf Facebook meint, ich wäre es nicht. Stresst es mich? Ja! So What! Macht es mich traurig? Ja, auch das. Na und? Ich bin genug. Mit all meinen Schwächen und Stärken. Mit meiner Art, ob sie anderen gefällt, oder auch nicht.

„Ich selbst darf es aushalten, ich zu sein.“

Und ich muss nicht jedem gefallen (auch wenn ich das gerne hätte ;-)).

Respekt und Wertschätzung im Internet?

Von Rene Borbonus hab ich gelernt, bei jedem Post zwei Fragen zu stellen:

  • „Dient dieser Post dem Allgemeinwohl?“
  • „Braucht die Welt diese Info wirklich?“

Es wäre schön, wenn sich mehr Menschen diese Frage stellen würden, bevor sie einen Kommentar hinterlassen. Es wäre schön, wenn mehr Menschen in Komplimenten denken würden, anstatt in Kritik. Es wäre schön, wenn wir uns gegenseitig gute Gefühle machen würden, anstatt schlechte.

Meine Kollegin Dee hat am selben Abend per Facebook-Post gefragt: „Wann fühlst du dich geliebt?“
Ich hab meinen Fokus von „nicht genug“ auf „geliebt“ verändert und bin aus dem blöden Gefühl wieder raus gekommen. Es gibt so viel Liebe in meinem Leben, dass sich die paar Facebook-Trolle schnell wieder vertrollen.

Leben darf leicht gehen und Spaß machen. Liebe auch!

Herzlichst
Melanie

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