Stressfaktor Sex

Episode 31: Stressfaktor Sex – Warum ist Sex für viele Paare so stressig? Welche Faktoren sorgen dafür, dass der Spaß im Bett im Laufe einer Partnerschaft immer weniger wird?

Ich befinde mich gerade mitten in der Konzeption eines Hörbuches zum Thema „erfüllter Sex in der Partnerschaft“. Am Montag geht es ab ins Tonstudio. Ich bin total gespannt und freue mich riesig auf die Produktion.

 

Zum Glück habe ich einen Hörbuch- und Podcast-Profi an meiner Seite. Stephanie Bogendörfer, Sängerin und Stimmtrainerin – Ich bin super dankbar, dass sie zugesagt hat, mich bei meinem Projekt zu unterstützen.

Während der Vorbereitung für die Aufnahme hat sie mir folgende Frage gestellt:

„Warum ist für viele Paare das Thema Sex immer wieder ein Stressfaktor?“

Ich denke, es gibt sehr vielfältige Gründe dafür und drei davon möchte ich hier für dich beleuchten.

Eine Krise ist immer auch eine Chance!

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Stressfaktor Sex durch negative Prägung

Die Grundlagen für unsere Sexualität werden bereits in der frühen Kindheit angelegt. Im Alter von zwei bis drei Jahren entdecken Kinder mehr und mehr ihren eigenen Körper und lernen ihre Ausscheidungen zu kontrollieren. Nun beginnen Kinder auch die Unterschiede am Körper von Geschwistern oder Freunden zu erforschen (Doktorspiele).

Wie entspannt oder gestresst die Eltern mit dem eigenen Körper umgehen und wie erfüllt oder frustrierend deren Liebesleben ist, prägt ganz entscheidend die sexuelle Entwicklung von Kindern. Eltern vermitteln unbewusst Verhaltensweisen und Überzeugungen mit Stimme, Körperhaltung, im Umgang mit sich selbst und mit dem Partner.

Es ist krass zu beobachten, dass Töchter die gleichen Körperstellen an sich selbst ablehnen wie ihre Mütter. In dem Video „Was wir weitergeben“ von Dove wird das sehr deutlich. Viele Eltern wissen nicht um diese Verantwortung und kümmern sich kaum (oder gar nicht) um eine Entwicklung ihrer sexuellen Persönlichkeit. Ohne es zu wissen (und ohne es zu wollen), geben sie dieselben Ängste, Vorurteile und Einstellungen an ihre Kinder weiter (wie sie von ihren Eltern übernommen haben).

Mit fünfzehn hatte ich bereits seit einigen Monaten meinen ersten festen Freund.

Die Ratschläge meiner Mama waren in etwa diese hier:

  • „Lass ihn ruhig sehr lange (auf Sex) warten, dann weißt du, dass er dich wirklich liebt.“
  • „Es ist nicht gut, wenn du zu schnell mit einem Jungen schläfst. Er könnte nur das Eine wollen und dich ausnutzen.“
  • „Gib dich nicht einfach so her.“

Darüber hinaus habe ich vom Dr. Sommer Team aus der „Bravo“ alles gelernt, was ich über Sex wusste, oder eher nicht wusste. Und es war besser als nix :-).

Ich habe niemals gehört:

  • „Wenn du Lust auf Sex hast, achte auf die Verhütung und dann los!“
  • „Fang einfach mal an und bleibe so lange dran, bis es Spaß macht.“
  • „Wenn du deinen eigenen Körper kennst, wenn du weißt, was dir gefällt, dann hast du mehr Spaß am Sex mit einem Jungen. Selbstbefriedigung ist eine gute Möglichkeit, das herauszufinden.“
  • „Sex ist wunderbar. Für Mädchen genauso, wie für Jungs.“
  • „Sag deinem Freund, was du schön findest. Er kann ja keine Gedanken (oder Gestöhne) lesen.“

Das wäre jedenfalls hilfreich gewesen. Und ich hatte Glück. Ich hatte entspannte Eltern mit einer relativ entspannten Haltung, einem guten Sexleben (soweit ich das beurteilen konnte) und ich hatte einen großartigen ersten Freund.

Wie waren deine Eltern drauf, als du noch klein warst?

  • Hatten sie ein Sexleben?
  • Waren sie entspannt oder verklemmt?
  • Sind deine Eltern nackt herumgelaufen?
  • Hast du davon etwas mitbekommen, oder war Sex bei euch zu Hause ein Tabuthema?
  • Wären deine Eltern ein Vorbild in Sachen Sex oder Beziehung gewesen?
  • Würdest du ihre Beziehungsmuster leben (und weitergeben) wollen?
  • Welche Ratschläge hast du bekommen bevor du Sex hattest?
  • Wie war der erste Sex?

Stressfaktor Sex durch unausgesprochene Erwartungen

  • Wer ist dafür zuständig, dass du Lust hast?
  • Wer sorgt dafür, dass du ein tolles Vorspiel genießen kannst, guten Sex hast und einen Orgasmus bekommst?

Beantworte zuerst ganz ehrlich diese Fragen und lies dann erst weiter. Und? Wer ist für deinen Sex verantwortlich?

Viele Menschen würden antworten, dass der Partner/die Partnerin dafür zuständig ist. Doch das ist ein Irrtum. Wenn dein Glück davon abhängig ist, was dein Partner tut, oder nicht tut, bist du am A… Wenn du nicht weißt, wie du dir selbst Lust machst, wenn du beim Sex nur darauf achtest, was dem anderen gefällt, wenn dein Orgasmus vom Partner abhängt, dann kannst du Glück haben (und einen einfühlsamen Partner erwischen), oder Pech.

Egoismus vs. Selbstbewusstsein

Darüber hinaus finde ich persönlich es sehr viel reizvoller, wenn mein Partner sich selbst um seine Lust kümmert, er weiß, was er mag und wie er sich bewegen möchte und wenn ich spüre, dass er nicht nur bei mir ist, sondern auch bei sich. Ich meine kein egoistisches „rein-raus-fertig-Erster!“, sondern echtes Selbstbewusstsein. Nichts ist langweiliger als ein Mann, der nur meine Bedürfnisse befriedigt und permanent darauf achtet, was ich jetzt gerne hätte und was nicht.

Das Problem an den Erwartungen ist noch nicht mal so sehr, dass sie da sind. Problematisch ist es meist, weil sich niemand ihrer bewusst ist und keiner die Erwartungen ausspricht.

  • Was sind deine Erwartungen an dich selbst?
  • Welche Erwartungen hast du an deinen Partner/deine Partnerin?
  • Welche Erwartungen hast du an deinen Sex/dein Liebesleben?
  • Wie hättest du es denn gerne?
  • Und weiß dein Partner davon?

Stressfaktor Sex durch fehlende Kommunikation

Damit sind wir beim Hauptaspekt, warum viele Paare sich mit Sex mehr rumplagen, als ihn zu genießen. Sie haben nie gelernt, darüber zu sprechen und tun es nicht. Ich selbst habe mühsam gelernt, über Sex so offen zu plaudern, wie übers Wetter. Sehr lustig ist es, seit ich es kann. Denn jetzt traue ich mich, auch andere Menschen zu fragen, wie es denn im Bett so läuft und mir erzählen es auch viele von sich aus. Ich liebe das!

Am Beginn unserer Sexkrise dachte ich, dass mit mir etwas nicht stimmt, dass ich die einzige bin, die eine seltsame Lustlosigkeit betrifft und niemand sonst ein Problem damit hätte. Im Laufe der Zeit habe ich dann mitbekommen, dass sehr viele Paare mehr Frust als Lust mit ihrem Liebesleben verbinden und dass es vielen auch so geht wie uns. Was für eine Erleichterung.

Eine unterschiedliche Lustentwicklung ist völlig normal.

Wie schön, so einen Satz von einem Sexualtherapeuten zu lesen. Ich war also gar nicht falsch. Paare, die länger zusammen sind, werden immer an einen „Entwicklungspunkt“ in ihrer Beziehung stoßen. Ob das Thema nun Sex, Geld, Kindererziehung, Schwiegereltern oder Hausarbeit ist. Nur über Hausarbeit lässt es sich leichter sprechen und über die Schwiegereltern herzuziehen ist für viele Menschen überhaupt keine Schwierigkeit.

Let’s talk about Sex, Baby!

Ich weiß, dass das nicht gerade die leichteste Übung ist. Sie ist jedoch die wichtigste. Lerne über deine Vorlieben zu sprechen, über das, was du toll findest und was nicht. Unternimm einen Spaziergang mit deinem Partner/deiner Partnerin und frag einfach mal, ob er/sie mit dem Sex zufrieden ist, sich etwas anderes wünscht, oder ob es Dinge gibt, die er/sie sich nicht traut anzusprechen. Frag mal nach den Erwartungen.

Wenn du schon fortgeschritten bist, frag mal, was Treue für deinen Partner/deine Partnerin bedeutet und ob es möglich wäre, dieses Konzept auch mal zu hinterfragen. Denn Flirten, fremdverlieben oder sich außerhalb der Beziehung „Appetit“ zu holen ist ein Turbo für die sexuelle Lust (zumindest in meiner Welt). Überprüfe das mal für dich.

Jede Flaute/Krise/Unzufriedenheit im Bett ist immer eine tolle Möglichkeit zur Weiterentwicklung eurer Partnerschaft. Ängste sind dazu da, um überwunden zu werden. Alte Überzeugungen und gesellschaftliche Konzepte sind dazu da, in Frage gestellt zu werden. Das lohnt sich in jedem Fall!

Hörbuch Sex

Leben darf leicht gehen und Spaß machen. Liebe auch!

Herzlichst,
Melanie

 

Wenn du Fragen hast… 

Dort gibt jeden Monat ein LIVE Webinar und eine Q&A Session!
Fragen über die Website oder über PN auf meinen Social-Media-Kanälen werde ich nicht beantworten. Für mich ist das eine Sache der Verantwortung.

Wenn es bei dir heftig kriselt, wenn du emotional „durch“ bist, dann helfen dir Tipps im Chat einfach nicht. Dann gehörst du in professionelle Hände und dann bitte ich dich: such‘ dir Hilfe!
Ich kann nur mit dir arbeiten, wenn du mich als deine Paarberaterin oder deinen Coach beauftragst. Lies gerne in meinem Blog, abonniere meinen Podcast oder nutze die Community zum Austausch in der Gruppe aber vor allem: nimm ein Coaching in Anspruch – ob bei mir oder meinen Kollegen.
Das solltest du dir wert sein!