#122: Wann ist eine Trennung sinnvoll? Wann ist sie unvermeidbar? Aus der Paarberatungspraxis

Im Coaching gehört diese Frage zu einer der Top Fragen:

  • Wann ist eine Trennung sinnvoll?
  • Woran erkenne ich/erkennen wir das?


Ihr habt keine großen Gefühle mehr – und doch seid ihr noch zusammen. Ihr schiebt die Kinder, Haus, Tiere und andere Verpflichtungen vor euch her. All das sind für euch wichtige und triftige Gründe, euch nicht zu trennen. Und doch fehlt euch die Liebe. Denn jeder will geliebt werden. Und bei allen praktischen Gründen, die für einen Beziehung sprechen, sprechen emotionale Gründe auch oft dagegen.

Beziehungsachterbahn – ein Indiz für eine Trennung

Betrogen, verziehen und gleich nochmal eine Affäre. Ab da mach eine Beziehung normalerweise keinen Sinn mehr, denkst du? Nunja ich habe die Erfahrung gemacht, dass das von Paar zu Paar unterschiedlich ist. Und es kommt auch ein bisschen auf die Bereitschaft an, sich den Ursachen zu stellen. Bei mehrfachem Betrug ist es sehr wahrscheinlich, dass deiner Partnerin oder deinem Partner in der Beziehung echt was fehlt, sei es sexueller oder emotionaler Natur. Wenn ihr beide trotzdem gerne zusammenbleiben wollt, dann ist es gut, den Ursachen gemeinsam auf den Grund zu gehen. Schaut mal genau hin: Gibt es überhaupt noch überschneidende Bedürfnisse, die ihr miteinander teilt?

Eine Krise ist immer auch eine Chance!

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Wenn Trennung ein MUSS ist – körperliche oder psychische Gewalt

Körperliche Übergriffigkeiten solltest Du niemals akzeptieren. Bei körperlicher Gewalt ist die Beziehung umgehend zu beenden! Hier sollte sich jede*r Betroffene auf keinerlei Diskussion einlassen. Wenn körperliche Gewalt versucht wird zu rechtfertigen, Schuldzuweisungen im Raum stehen und der Versuch eines Gesprächs über die Beziehung als Provokation gewertet wird, dann sollte jede Hilfe in Anspruch genommen werden und jede Beziehung ein Ende finden.

Auch bei psychischer Gewalt ist Trennung die beste Lösung. Nur muss dazu psychische Gewalt erkannt werden. Das ist gar nicht so einfach, weil wir uns sehr schnell an Vieles gewöhnen. Du merkst, dass du von psychischer Gewalt betroffen bist, wenn dein Partner/deine Partnerin dir keinen Respekt entgegenbringt. Wenn du täglich mit Schuldzuweisungen konfrontiert bist und dich für deine Anwesenheit permanent rechtfertigen musst. Auch permanente negativ Aussagen über dein Aussehen oder deine Attraktivität gehören hier dazu. Tagelanges Schweigen, Liebes- oder Sexentzug über lange Phasen und als Bestrafung – das alles gehört in das Spektrum Gewalt.
Ich weiß, wenn sich Menschen in ihren Beziehungen nicht grün sind und nie gelernt haben, ihr Verhalten zu reflektieren, dann tauchen solche Verhaltensweisen auch temporär in einer normalen Beziehung auf – dennoch ist und bleibt es Gewalt. Dessen sollten wir uns einfach bewusst sein.

Beziehungsapokalypse: woran du erkennst, dass es aus ist

John Goodmann schreibt in seinem Buch “Die sieben Geheimnisse der glücklichen Ehe” von den vier Apokalyptischen Reitern. Laut Goodmanns Theorie erkennt man an ihnen, ob es mit der Ehe oder Partnerschaft zu Ende geht.
Die vier Reiter, die die Beziehung Apokalypse ankündigen heißen:

Kritik:
ständig negativ zu kritisieren oder kritisiert zu werden zermürbt uns. Wir sind (eigentlich) auf Liebe und positive Bestärkung ausgerichtet. Das wäre unser natürlicher Zustand. Und je nachdem, was wir lernen, was wir erfahren in unserer Kindheit und in unserem Lebensverlauf, kann unser natürliche Zustand gestört werden!
Verachtung:
Der Partner, die Partnerin nervt uns. Wir rollen mit den Augen, wenn sie/er etwas sagt oder den Raum betritt. Wir schicken ihm oder ihr einen Gruß mit dem Mittelfinger hinterher, wenn sie oder er den Raum verlässt. Auch hier gilt: das schmerzt und verletzt beide Parteien gleichermaßen!
Rechtfertigung und Zurückweisung:
Der Teufelskreis der Kritik. Dein*e Partner*in will etwas von dir, du findest sofort einen Fehler an ihr oder ihm und reibst ihn unter die Nase. Du versuchst mit deinem Gegenüber zu sprechen und sie oder er sagt sowas wie:”das ist nicht wahr. Und außerdem bist du viel schlimmer…”
Mauern:
Es erfolgt ein Rückzug, eine Art “beleidigt sein” körperlich und auf der Ebene der Kommunikation. Es gibt keine Berührung mehr, kein gespräch, nur Abweisung – und das über einen langen Zeitraum.

Das zeigt auch, dass unsere Gesellschaft nie gelernt hat, sich zu beziehen. Und, dass wir unsere Geschichten mit uns tragen, unsere Vergangenheit, die unser Jetzt massiv beeinflussen. Weil wie gesagt: das natürliche menschliche Verhalten wäre ein anderes.
Übrigens ist es das, warum Coaching so hilfreich ist (und warum auch eine Beziehung, die schon Bekanntschaft mit den vier Reitern geschlossen hat, noch eine – wenn auch eine kleine – Chance hat.) Lassen sich nämlich beide Parteien darauf ein und arbeiten an sich und ihren Lebens Baustellen, dann ist eine Trennung vielleicht nicht notwendig – und wenn doch, dann kann sie sehr sauber und ohne große Dramen vollzogen werden.

Gescheiterte Beziehung: wenn dein Partner dich nicht glücklich macht!

Wann immer du glaubst, dein gegenüber ist für dein Glück oder Unglück zuständig, ist die Beziehung gescheitert. Uhh, das ist jetzt keine gute Nachricht, oder? Aber ehrlich, das ist es. Denn es ist fatal und falsch anzunehmen, dass sich nicht unser Partner ändern muss. Es bist du selbst, der/die sich ändern muss. Noch nicht einmal, um diese bestehende Beziehung zu retten, sondern um die folgende Beziehung nicht gleich in den Anfängen wieder zu zerstören. Es geht immer um Beziehungserleben und Beziehungskultur.

Es geht immer um dich, um dein Leben, deine Erfahrungen, deine Prägungen. Es geht darum, Stück für Stück aufzuarbeiten, was dich daran hindert, eine Beziehung nach deinen Maßstäben zu führen. Dein Partner/deine Partnerin kann das nur für sich und aus freiem Willen für sein/ihr Leben tun.

Trennung: Du entscheidest – nur du!

Dein Umfeld kann nicht für Dich entscheiden, ob du eine Trennung für sinnvoll erachtest. Nicht Deine Eltern, nicht Deine Kinder und auch nicht Dein Mann oder Deine Frau entscheiden, sondern du entscheidest! Dazu musst du wissen, was du selbst wirklich willst.
Und dann den Mut zu fassen, das auch für dich umzusetzen – auch wenn du nicht weißt, was danach kommt.

Wir haben nicht gelernt uns ein Best-Case-Szenario auszumalen. In unserem Gehirn stellen wir uns immer die schlimmsten Situationen vor. Das schützt uns zum einen vor Gefahren, zum anderen sieht es aber auch Gefahren an allen Ecken und Enden. Also musst du deinen Best-Case-Muskel trainieren. Nur so kannst du vorangehen und schaffst es, damit aufzuhören, die Erwartungen von anderen erfüllen zu wollen. Nur so schaffst du es irgendwann, so zu leben, wie es dir gut tut. Und nur so bist du langfristig in der Lage, mit allen Konsequenzen deiner Entscheidungen zu leben.

Trennung vom Partner: Praktische Umsetzung

Wenn du dich für eine Trennung entscheidest, empfehle ich auch eine räumliche Trennung. Viele meiner Kunden versuchen zunächst zumindest noch zusammen zu wohnen. Aus meiner Erfahrung sage ich dir: das tut in den wenigsten Fällen gut. Weder der beendeten Beziehung, noch den Kindern, noch den neuen Partnerschaften. Zudem sich beide Parteien frei schwimmen müssen, und für sich herausfinden, wer sie wirklich sind und wie sie ihr eigenes Leben gestalten möchten. Dazu gehören Rückzugsräume, eigene Wohnungen und ein selbständiges und unabhängiges Leben.

Denn eines muss sicher sein: wenn du dich trennst, dann nur für dich. Alles andere wäre People Pleasing und das kann und darf kein Grund für eine Trennung sein! Also: horch nochmal genau in dich hineine, nimm dir professionelle Beratung an die Seite und entscheide mit bedacht. Dann kann auch eine Trennung gutgehen!

Alles Liebe,

Deine Melanie

Wenn du Fragen hast… 

Dort gibt jeden Monat ein LIVE Webinar und eine Q&A Session!
Fragen über die Website oder über PN auf meinen Social-Media-Kanälen werde ich nicht beantworten. Für mich ist das eine Sache der Verantwortung.

Wenn es bei dir heftig kriselt, wenndu emotional „durch“ bist, dann helfen dir Tipps im Chat einfach nicht. Dann gehörst du in professionelle Hände und dann bitte ich dich: such‘ dir Hilfe!
Ich kann nur mit dir arbeiten, wenn du mich als deine Paarberaterin oder deinen Coach beauftragst. Lies gerne in meinem Blog, abonniere meinen Podcast oder nutze die Community zum Austausch in der Gruppe aber vor allem: nimm ein Coaching in Anspruch – ob bei mir oder meinen Kollegen.
Das solltest du dir wert sein!

 

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