Gute und schlechte Gründe für Untreue – Ansichtssache

Folge 056: Gründe für Untreue gibt es viele! Jeder, der fremdgeht, tut das aus einem bestimmten Grund. Meistens sogar aus mehreren gleichzeitig.

Meine wunderbare Kollegin Manuela Komorek hat einen Gastbeitrag für mich geschrieben, in dem sie ein paar Gründe für Untreue in „gut“ und „schlecht“ einteilt.

Zuerst dachte ich: „Ach du Scheiße! Den Artikel kann ich nicht auf meinem Blog veröffentlichen.“ Er spiegelt ganz und gar nicht meine Meinung wider. Für Gastbeiträge ist mir wichtig, dass sie zu mir und meiner Einstellung passen.

Doch dann hab ich mir überlegt, eine Gegenüberstellung der Argumente daraus zu machen und Manuelas Aspekte mit meiner Meinung zu ergänzen. Ich hab mit ihr gesprochen, ob das für sie in Ordnung ist und sie sagt: „Mach einfach!“ 

So kannst du die Sicht wählen, die zu dir und deinem Leben (und deiner Beziehung) passt.

Meine Wahrheit – Deine Wahrheit

Meine Wahrheit passt für mich und für meine Kunden, doch sicher nicht für jeden. Jeder hat seine eigenes Weltbild und seine eigene Wahrheit. Besonders beim Thema Untreue.

Manuela geht von der klassischen Sicht aus: Fremdgehen ist schlecht! Sie hilft Paaren, ihre Beziehungen nach einem Drama wieder zusammen zu flicken und weiß aus Erfahrung, dass Untreue verheerende Konsequenzen hat. Sie macht einen guten Job und wenn du dich von ihren Argumenten angesprochen fühlst, bist du bei ihr besser aufgehoben, als bei mir ;-).

Meine Arbeitsweise ist schräg, lustig und hat nichts mit klassischer Paarberatung zu tun. Wir bereuen am Ende unseres Lebens, was wir NICHT getan haben. Eine Fremdliebe ist niemals zufällig oder unpassend. Sie hat immer einen Sinn und gute Gründe!

Die klassische Meinung – Und meine

Ich bin der Meinung, dass wir eine neue Betrachtungsweise und neue Gedanken zu dem Thema Untreue brauchen. Mir ist wichtig, dass wir Fremdgehen nicht länger verurteilen und auch nicht die Menschen, die es tun.

Die „armen“ Betrogenen werden schon genug bemitleidet und bestätigt. Das Opfer in der Affäre muss nicht zwingend das Opfer in der Beziehung sein.

Jeder Mensch handelt aus seiner besten Option. IMMER! Daher kann es gar keine schlechten Gründe für Untreue geben. Sondern einfach nur Gründe.

Im ersten Teil des Artikels findest du Manuelas Ansicht (hier geht es direkt dahin). Im zweiten Teil meine (hier geht es direkt dahin). Du kannst in den einzelnen Punkten hin und her springen. Im Podcast gebe ich meinen Senf direkt zu jedem einzelnen Punkt dazu.

Und jetzt Vorhang auf und viel Spaß bei einer Debatte über’s Fremdgehen…

Manuelas Beitrag:

Ein guter Grund für’s Fremdgehen und 7 schlechte

Gerade habe ich das Interview mit Melanie Mittermaier zu meinem aktuellen Onlinekongress über das Thema Sexualität geführt. Es war ein sehr fröhliches und trotzdem tief gehendes Zusammentreffen.

DANKE liebe Melanie für deine Offenheit! Darüber hinaus hat mich das Gespräch zu diesem Gastartikel inspiriert.

Direkt nach der Aufnahme hatte ich schon die Überschrift im Sinn. Sie stand auf einmal vor meinem geistigen Auge wie ein Clown, der aus der Torte springt. Ich nahm die Herausforderung an und so ist dieser Artikel entstanden

Der eine gute Grund für das Fremdgehen

Immer wieder werden Studien zitiert, die bestätigen, dass in etwa 50 % der Menschen in Beziehungen fremdgehen oder mindestens einmal fremd gegangen sind.

Es handelt sich also um ein relativ „normales“ Verhalten, für das es viele Gründe geben kann. Aber ich bin der Meinung, dass es nur einen einzigen wirklich guten Grund gibt, fremd zu gehen. Und dieser Grund ist, dass ihr euch darauf geeinigt habt!

Ihr wollt eine offene Beziehung führen und seid beide bereit das Abenteuer zu wagen. Eure Liebe zueinander und der Wunsch, den anderen nicht einzuengen sind euch so wichtig, dass ihr dieses wirklich hohe Risiko für eure Beziehung einzugehen. Dann traut euch. Das ist der eine gute Grund und er verlangt extrem viel Mut und Offenheit, vor allem sich selbst gegenüber.

Manchmal braucht es dafür auch Unterstützung von außen, z.B. wenn die Gefühle zu stark werden oder sich einer der gleich folgenden sieben schlechten Gründe in den Vordergrund drängt.

Aber ich möchte euch schon vorab verraten, was Melanie in unserem Interview auf die Frage gesagt hat, ob die Öffnung ihrer Beziehung irgendetwas zerstört habe?

NEIN hat sie gesagt, sondern ganz im Gegenteil, es ist viel mehr Liebe hinzu gekommen. Es könnte sich also unter Umständen lohnen, aber eben nur wenn ihr euch bewusst und wirklich gemeinsam dafür entscheidet.

Häufiger ist aber leider einer der schlechten Gründe Ursache für das Fremdgehen.

Schlechter Grund 1: Zu wenig Sex

Eigentlich ein Klassiker und trotzdem kein guter Grund für das Fremdgehen. Natürlich ist es verständlich, schließlich habt ihr euch für Monogamie entschieden und nicht für das Zwangszölibat.

Aber eigentlich ist es nur ein Zeichen, dass ihr mehr über Sex wissen müsst. Erregung ist angeboren, guten Sex müssen wir erst lernen.

Wir kommen auf die Welt und sind lustvolle Wesen, dann beginnt die Erziehung und vorbei ist es mit der Lust. Wenn ihr in eurer Beziehung an dem Punkt seid, dass einer von euch keine Lust mehr auf Sex hat, dann habt ihr eine Aufgabe.

Findet genauer heraus, wer WORAUF keine Lust mehr hat. Es geht sehr oft gar nicht darum, dass jemand wirklich gar keine Lust mehr auf Sexualität hat, sondern er hat keine Lust auf die Art und Weise wie der gemeinsame Sex im Laufe der Zeit geworden ist. Meistens, weil wir aus Rücksicht oder Angst den anderen zu verletzten nichts gesagt haben oder weil wir uns nicht die Mühe gemacht haben, zu experimentieren und Neues auszuprobieren.

Das Ziel ist eine gemeinsame Sexualität zu entwickeln, die es Wert ist, gewollt zu werden. Vorausgesetzt, ihr wollt beide noch Sexualität. Sollte die Lustlosigkeit total sein, ist es an der Zeit zu klären, ob der andere auch auf Sexualität verzichten muss. Wenn nicht, könnt ihr euch natürlich aus dem einen guten Grund dafür entscheiden, die Beziehung zu öffnen.

Schlechter Grund 2: Die Gelegenheit war günstig

Ja es gibt einige tausend Gelegenheiten zum Sex im Laufe unseres Lebens. Wir nehmen sie üblicherweise nicht alle wahr. Mit der Entscheidung für eine monogame Beziehung schließen wir alle Optionen zum Sex mit einer anderen Person ohne unseren Partner aus.

Wenn sich diese Entscheidung für die Treue allerdings nur noch wie Verzicht anfühlt, ist es an der Zeit sich ernsthaft mit dieser Entscheidung auseinander zu setzen. Stimmt sie noch für euch? Oder geht es darum, neue Wege auszuprobieren?

Stillschweigend einseitig die Vereinbarung zu brechen ist feige. Das hat auch nichts mit der günstigen Gelegenheit zu tun, denn die gibt es durch das Internet 24/7!

Schlechter Grund 3: Alkohol oder andere Drogen

Ja, das kann passieren! Und manchmal ist das schrecklich. Vor allem dann, wenn man im nüchternen Zustand absolut keine Erklärung mehr für das eigene Verhalten hat. Irgendwie reitet uns manchmal der Größenwahn und wir glauben mehr Alkohol oder Drogen zu vertragen, als uns tatsächlich gut tut.

Sobald der Rausch vorbei ist, müssen wir uns fragen, ob etwas Ernsteres dahinter steckt, ob der Partner davon erfahren muss oder eigentlich nicht.

Vielleicht ist es aber auch ein Warnsignal, dass es an der Zeit ist, besser auf uns zu achten, entweder wegen des Alkohol- und Drogenkonsums oder wegen der Zufriedenheit in unserer aktuellen Beziehung.

Am wichtigsten wird es sein, ob es gelingt, dass wir uns selbst verzeihen, wenn es peinlich, blöd  und auch noch schlechter Sex war. Im Zweifel könnte die verminderte Schuldfähigkeit wegen Unzurechnungsfähigkeit gelten.

Ein guter Grund für das Fremdgehen ist es trotzdem nicht. Und die Frage bleibt, wer hat denn wen mittels Alkohol oder Drogen aus der Zurechnungsfähigkeit katapultiert?

Schlechter Grund 4: Der Selbstwert auf dem „Markt“

Mit der Pubertät öffnet auch der „Marktplatz der Eitelkeiten“. Wir finden das andere Geschlecht (oder auch das eigene) plötzlich nicht mehr so doof, sondern da gibt es diese neue Faszination! Wir fühlen uns hingezogen aber auch bestätigt, beachtet, bewundert, begehrt und vieles mehr.

Diese Form der Aufmerksamkeit und Beschäftigung mit dem eigenen Marktwert kann zur Droge werden. Wir wünschen uns immer wieder begehrt und bewundert zu werden.

Nach der Verliebtheitsphase kann ein Partner dieses Bedürfnis nicht mehr befriedigen.

Gelingt uns der „Entzug“ von der Anerkennung und Wertschätzung durch mögliche Sexpartner nicht, werden wir im Laufe der Jahre zu einem Aufmerksamkeitsjunkie mit eher lächerlichen Attitüden.

Wir brauchen dann immer neuen „Stoff“ und holen uns diese Form der Wertschätzung in den Außenbeziehungen.

Aber wie bei jeder Sucht, suchen wir etwas außerhalb von uns, das wir nur in uns selbst finden können. Also wieder kein guter Grund zum Fremdgehen.

Schlechter Grund 5: Verliebtheit

Verliebtheit ist ein absoluter Ausnahmezustand, der auch noch hormonelle Unterstützung von unserem Körper bekommt. Wir haben keine Kontrolle darüber, ob wir uns verlieben oder nicht.

Das merken wir vor allem dann, wenn wir uns verzweifelt verlieben wollen, aber es nicht gelingt. Was ich damit sagen will ist, dass es diesen Magic Moment aus den schlechten Vorabendserien und Hollywoodfilmen durchaus gibt. Wir sind dann ganz plötzlich wie verzaubert. Das ist wundervoll und wirklich ein schönes Gefühl.

Und ja, es fühlt sich so an, als könne man nichts dafür. Es ist wirklich schön, wenn wir uns verlieben können, denn es bedeutet, dass wir uns lebendig fühlen. Aber es ist kein guter Grund fremdzugehen, denn wir haben auch dann noch die volle Verantwortung für unser Handeln.

Schlechter Grund 6: Das System (Familie)

Fremdgehen wird als Kavaliersdelikt erlebt, wenn wir es in unserem sozialen Umfeld so erleben und erst recht dann, wenn schon unsere Eltern es uns vorgelebt haben. Trotzdem ist das noch lange kein guter Grund!

Mit fremdgehen meine ich natürlich immer noch die heimliche sexuelle Begegnung, von der unser Partner nichts weiß. So ein Doppelleben ist anstrengend und kann auch ganz andere Ursachen haben als wir glauben.

Wer also darunter leidet und gerne raus will aus diesem Verhalten, sollte auch mal überprüfen, ob es im Familiensystem einen Grund dafür gibt. In meiner Arbeit als Paartherapeutin und Systemaufstellerin habe ich schon sehr viele Hintergründe für das Fremdgehen entdeckt.

Der Blick lohnt sich, denn erst wenn wir uns aus diesen sogenannten Verstrickungen gelöst haben,  sind wir in der Lage offen mit den eignen Bedürfnissen umzugehen. Das heißt nicht, dass wir die Zugehörigkeit zu unserem Herkunftssystem verlieren. Es bedeutet einfach nur Entwicklung zu mehr Selbstbewusstsein im besten Sinne.

Schlechter Grund 7: Rache

Du bist betrogen worden und jetzt gehst du in den Angriff über, du zahlst mit gleicher Münze heim! Der andere hat es verdient!

Das kann unter Umständen eine Möglichkeit sein, für den Ausgleich zu sorgen und auf diesem Wege das Gefühl, ein Opfer zu sein, auflösen. Meistens macht es aber alles nur noch schlimmer und die Rache läutet das Ende der Beziehung ein. Es gilt mal wieder genau hinzugucken!

Stelle ich mich mit der Rache auf die Stufe meines Partners, können wir plötzlich auf Augenhöhe miteinander reden. Keiner ist besser oder schlechter als der andere. Gute Voraussetzungen zusammen zu bleiben und die Partnerschaft neu zu beginnen.

Oder nutze ich den Betrug des anderen als Freifahrtschein, endlich tun zu dürfen, was ich schon immer wollte? Oder ist es sogar noch perfider und ich nutze das Fehlverhalten um das schlechte Gewissen des anderen auszunutzen? Dann werde ich es ihm oder ihr niemals verzeihen und immer wieder diese Keule herauszuholen.

Also Rache, um wieder auf Augenhöhe zu kommen wäre eventuell ein guter Grund, wäre da nicht der oder die dritte im Bunde, die sich eventuell missbraucht fühlt. Schon wieder sind wir gefordert, sehr offen und aufmerksam mit uns selbst umzugehen und jeden Verdacht zu verfolgen, den wir uns selbst mir gegenüber haben.

Ich will übrigens nicht den Schmerz, den so ein Betrug uns zufügt verleugnen oder ignorieren. Es tut weh und zwar verdammt weh, wenn der Partner hinter unserem Rücken etwas tut, was wir niemals erwartet hätten. Aber wenn es passiert ist, ist es Zeit für maximale Offenheit in der Beziehung aber auch uns selbst gegenüber.

Und vielleicht wird daraus dann sogar der eine gute Grund vom Anfang des Artikel.

Herzlichst
Manuela

Meine Bemerkungen dazu:

Es gibt viele gute Gründe für Untreue!

Warum wohl gehen 50% aller Menschen fremd? Weil sie dämlich sind? Schlechte Menschen? Schwach?

Wir Menschen sind keine rationalen Wesen. Wir handeln emotional. Nicht immer hat ds Großhirn die Kontrolle über uns. Besonders dann nicht, wenn lustvolle Hormone das klare Denken außer Kraft setzen.

Regeln zu brechen liegt in unserer Natur, die Monogamie nicht. Sie ist ein Konzept, das entstanden ist, um die Sexualität der Frau zu kontrollieren. Und sie ist eine Entscheidung!

Es gibt Situationen, wo wir frühere Entscheidungen in Frage stellen und neue treffen wollen. Doch wehe, es geht um Sex! Einmal treu – immer treu!

Es gibt so viele Beziehungen, in denen sich ein Partner mehr Offenheit, mehr Freiheit und Sex mit anderen Menschen wünscht, aber der andere weigert sich strikt auch nur ansatzweise darüber zu reden. Einer fühlt sich wie eingesperrt und der andere bekommt jede Menge Bestätigung für seine Eifersucht, sein Besitzdenken und seine Verlustangst. WTF?

Ich bin ein freier Mensch und ich muss und WILL meinen Partner nicht für um Erlaubnis bitten. Es ist mein Körper, mein Leben! Wir können unsere Partner EINLADEN an unserem Leben Teil zu haben. Doch niemand hat das Recht darauf, ALLES zu wissen und dem anderen etwas zu verbieten.

Manuelas guter Grund ist zudem nicht haltbar. Denn wenn ich mich mit meinem Partner geeinigt habe, ist es nicht mehr fremdgehen. Dann ist es eine offene Beziehung und das ist etwas komplett anderes!

Eine offene Beziehung nimmt dem Fremdsex sogar seinen ganz besonderen Reiz. Gerade das Verbotene und Heimliche macht einen großen Teil des Zaubers einer Affäre (oder eines Seitensprungs) aus

Guter Grund 1: Zu wenig Sex

Ich musste sehr lachen bei dem Wort „Zwangszölibat“! Wie geil!

Fremdgehen ist keine Lösung für zu wenig Sex. Da stimme ich völlig zu! Hätte mein Mann einfach nur andere Frauen gevögelt und nicht mit mir gesprochen, wären wir keinen Schritt weiter gekommen.

Wir beide haben hart daran gearbeitet, dass unser Liebesleben wieder in Schwung kommt. Für die Entwicklung unserer Ehe war es wichtig, dass wir uns mit unserer Lust bzw. Nicht-Lust auseinander gesetzt haben und gelernt haben, über Sex zu sprechen.

Allerdings hängt das vom Ziel ab. Eine gemeinsame Sexualität zu entwickeln ist manchmal nicht das Ziel und der Partner löst nur noch ein müdes Gähnen aus. Wenn eine Trennung (aus welchen Gründen auch immer) nicht möglich erscheint, ein offenes Gespräch mit dem Partner auch nicht, kann Fremdgehen sehr wohl eine gute Lösung sein und verhindern, dass das gesamte Leben zur Einöde verdörrt!

Guter Grund 2: Gelegenheit macht Liebe

Sabrina ist glücklich verheiratet, liebevolle Mama und erfolgreich im Business. Auf einer Geschäftsreise landet sie völlig unerwartet im Hotelzimmer eines Fremden. Die Gelegenheit war mehr als perfekt!

Das Erlebnis war wunderschön und eine große Bereicherung für ihr Leben. Sie hätte niemals gedacht, dass ihr sowas passieren könnte und die Monogamie hat sich bis zu diesem Abend völlig richtig angefühlt. Diese Nacht war toll und dabei will sie es auch belassen. Würde sie „beichten“ (was für ein krankes Wort!), würde es ihre Beziehung und ihren Partner belasten. Wofür soll das bitte gut sein?

Eine perfekte Gelegenheit ist ein Geschenk des Himmels. Und was der Partner nicht weiß, macht ihn nicht heiß. Klingt gemein, ist es aber nicht. Denn Sabrinas neue Sinnlichkeit dient auch ihrer Ehe.

Ach ja, und nur selten ist die Monogamie wirklich eine freie Entscheidung. Wir werden in ein monogames System hineingeboren und würde jemand beim ersten Date von einer freien Beziehung sprechen, würde sein/ihr Date schreiend davon rennen. Wir haben meist gar keine Wahl!

Guter Grund 3: Alkohol und Drogen

Tja, da isser wieder. Der Vorwurf, dass wir zu jeder Zeit Herr oder Frau der Lage sein sollten und dass wir stets die Zurechnungsfähigkeit bewahren müssen.

Einen Scheiß müssen wir!

Ich liebe das Gefühl, wenn Alkohol meine Sinne betäubt, mir schwummerig wird und ich merke, wie ich die Kontrolle verliere. Und ja, die mega peinlichen Momente am nächsten Tag kenne ich sehr gut und die sind nicht witzig!

Nur weißt du was? Ich hatte richtig viel Spaß in meinem Leben und habe gelernt, damit klar zu kommen, dass ich mich ab und zu so richtig blamiere. Na und? Mein Leben, meine Regeln. Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich’s weiter ungeniert ;-).

Besoffen fremdzugehen ist für mich allerdings völlig bescheuert. Alkohol betäubt nicht nur die Sinne, sondern auch die Geschlechtsorgane, was nicht so viel Spaß macht. Und wenn ich schon Sex mit einer anderen Person habe, will ich den mit allen Sinnen genießen und mitkriegen.

Sehr guter Grund 4: Marktwert testen

Ich schmeiß mich weg ;-)! Meine Empfehlung für ALLE Paare lautet: „Teste regelmäßig deinen Marktwert!“

Eine sehr erfolgreiche Frau hat mir mal erzählt, dass sie regelmäßig Bewerbungen abschickt und zu Jobgesprächen geht, um ihren Marktwert außerhalb des eigenen Unternehmens zu testen.

Durch die Gespräche und Angebote anderer Firmen traut sie sich mehr zu, führt andere Jahresgespräche und genießt mehr Ansehen in ihrer Firma. Sie droht ihrem Arbeitgeber damit nicht (das wäre Erpressung), sondern sie weiß einfach, was sie wert ist.

Viele Paare lassen sich gehen und fühlen sich zu sicher in ihren Beziehungen. Den Marktwert mit einem Flirt zu testen, lässt die Menschen aufblühen und ihren Wert erkennen, so dass sie sich von ihrem Partner nicht blöd behandeln lassen, weil sie Angst vor Einsamkeit haben.

Wird es allerdings zur Sucht, gebe ich Manuela völlig recht. Du wirst niemals im Außen finden, was nicht im Innen vorhanden ist. Ein Fremdflirt aus Mangel an Aufmerksamkeit wird dich nicht befriedigen. Ein Fremdflirt aus Lebensfreude und Spaß schon.

Großartiger Grund 5: Verliebtheit

Als ich fremdverliebt war konnte ich an nichts anders denken als an SEX! Morgens, mittags, abends… Mein Mann war im Paradies, denn ich habe ihn so oft vernascht wie seit Beginn unserer Liebe nicht mehr.

Eine Verliebtheit ist eine hormonelle Gehirnvergiftung und wenn wir sie überbewerten a la: Schicksal, Seelenpartner, Magie…, dann werden wir aus dem 7. Himmel böse auf dem Boden der Realität aufschlagen.

Zudem findet unser Gehirn alles geil, was es nicht kriegen kann und was verboten ist. Deshalb ist eine Affäre so der Hammer! Doch es muss lange nicht bedeuten, dass diese neue Liebe ein neues Leben ist. Denn nach 5 oder 10 Jahren seid ihr am selben Punkt wie in der jetzigen Beziehung.

Ich wollte damals wirklich fremdgehen und ich hätte es vermutlich getan. Die Verantwortung war mir voll bewusst und ich war bereit, die Konsequenzen zu tragen. Meinen Mann zu verlassen wäre mir niemals in den Sinn gekommen. Warum muss eine alte Liebe enden, wenn eine neue hinzu kommt?

Liebe wird mehr durch lieben. Durch die Fremdliebe hab ich die Liebe zu meinem Mann sehr viel mehr gespürt und sie hat mich und mein Leben für immer verändert und bereichert. Allerdings war mir klar, dass diese Liebe in MIR ist und durch den anderen Mann nur ausgelöst wurde.

Und nicht jede Liebe muss auch gelebt werden. Trotzdem können wir sie genießen.

Wer ist immer schuld? Die Eltern! Guter Grund 6:

Ja, Fremdgehen kann auch Ursachen in unserem Familiensystem haben und als Muster aus der Ursprungsfamilie kommen. Eifersucht und Besitzdenken übrigens auch ;-).

Es gibt Menschen, die sterben im selben Alter an der selben Krankheit wie ihre Eltern, weil das Muster so krass ist. Daher kauf ich den nicht, dass Verstrickungen kein guter Grund wären. Manche haben keine Option, keine Bewusstheit und sie merken gar nicht, was da läuft.

Eine Affäre und all ihre Konsequenzen ist manchmal der perfekte (und einzige) Wachrüttler für solche Kindheitsprägungen. Daher hat jede Affäre auch einen Sinn und etwas Positives.

Der systemische Blick ist lohnenswert, wenn du das Gefühl hast, nicht so handeln zu können, wie du es eigentlich willst. Manchmal laufen wir auf Autopilot und wir leben ein Muster unserer Eltern, auf das wir gar keinen Bock haben.

Blöder Grund 7: Rache

Oh ja, Rache ist wirklich ein blöder Grund um fremdzugehen. Warum? Weil du dann keinen Spaß hast! Du tust es nur, um deinem Partner eine reinzudrücken und nicht, weil du Lust darauf hast.

Und ja, damit betrügst du dich selbst UND die dritte Person. Doch diese ist für ihr eigenes Leben verantwortlich und wann immer wir uns mit jemandem einlassen, tragen wir das Risiko, dass dieser Jemand nicht zwingend positive Absichten hat.

Es ist verständlich, dass jemand, der betrogen wurde, bei einer günstigen Gelegenheit (sh. 2.) nicht so standhaft bleibt, wie jemand, dessen Partner immer treu war. Warum sollte ich mich zusammenreißen, wenn es mein Partner auch nicht geschafft hat?

Den Aspekt mit der Augenhöhe finde ich super! Wenn ich im Coaching jemanden habe, der fremdverliebt ist und den Wunsch nach einer offenen Beziehung hegt, frage ich immer, ob er oder sie es aushalten würde, wenn der Partner ebenfalls Fremdsex (oder eine Fremdliebe) hätte.

Es gibt nur zwei Motivationen etwas zu tun (oder zu lassen): Angst oder Liebe. Handelt du aus Angst (und das ist bei Rache der Fall), dann wirst du andere Ergebnisse erzielen, als wenn du aus Liebe handelst. Welches Ergebnis willst du haben?

Fazit: Es gibt viele gute Gründe für Untreue

Alle Teile eines Dreiecksdramas haben eine einzige Aufgabe: Die Verantwortung für das EIGENE Leben, die EIGENEN Gefühle und das EIGENE Schlamassel zu übernehmen.

Wie Manuela bin ich der Meinung, dass wir zu schnell Ausreden parat haben, warum wir etwas tun, und zu feige sind, uns mit uns selbst und unseren Partnern wirklich auseinander zu setzen. Fremdgehen ist sehr oft eine Pseudo-Lösung für Probleme, die auf einer anderen Ebene gelöst werden wollen. Fremdgehen ist oft eine Flucht vor den wirklichen Themen, die dahinter stecken. Doch keine Sorge, sie lassen sich nicht wegvögeln, sie holen dich wieder ein.

Und spätestens dann wäre es sinnvoll, den Mut und die Eier in der Hose zu haben, um genau hinzuschauen und dich zu reflektieren, ob dein Handeln deine Werte und Ziele unterstützt oder sabotiert. Und ob du aus Angst (Frust, Wut, Mangel, Rache) oder aus Liebe (Großzügigkeit , Güte) handelst.

Ja, Betrug tut weh. Die Enttäuschung ist schmerzhaft. Und doch ist es nur eine Täuschung, die auffliegen musste! Unsere romantischen Beziehungsideale, wir könnten für immer ALLES für unseren Partner sein, sorgen dafür, dass wir mit unseren Beziehungen in einem Luftschloss leben und wenn es auf den Boden kracht, ist das Geschrei und Gejammer groß.

Woher nehmen wir die Selbstverständlichkeit, das Recht zu haben, über unsere Partner zu bestimmen? Jeder Mensch darf in allererster Linie sich selbst treu bleiben. Und was das genau bedeutet, entscheidet jeder für sich selbst. Und nicht der Partner!

Herzlichst
Melanie

PS. Melde dich für ein Coaching, wenn du dir nicht sicher bist, ob du aus guten Gründen fremdgehst (oder betrogen wurdest) und du dir Unterstützung wünschst. Oder du reflektierst dich selbst mit Hilfe meiner Online-Coaching-Programme: Fremdverliebt – was jetzt? oder Back to Love – Untreue verarbeiten[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]

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