(Neue) Prioritäten setzen

Im Laufe unseres Lebens verändern sich immer wieder unsere Prioritäten. Wir machen mehrmals einen sogenannten ‘Identitätswechsel’ durch, wo unterschiedliche Lebensphasen unsere Prioritäten verschieben und wir uns neu ausrichten. Das kann im Kleinen passieren, wenn wir zum Beispiel merken:

  • “Ich brauche etwas mehr Zeit für mich, ich möchte mehr Grenzen setzen.“
  • “Ich mag ein neues Hobby starten.“
  • “Ich mag mehr Sport machen.” usw.

Oder im Großen, wenn unser Leben sich massiv verändert, z.B. durch

  • eine Krankheit, die uns zwingt, unsere Prioritäten zu ändern
  • den Sprung in die Selbstständigkeit
  • die Geburt eines Kindes
  • wenn wir in Rente gehen
  • den Wechsel vom Studium in den Beruf
  • die Midlife-Crisis, wenn wir plötzlich merken, welche Träume wir uns noch erfüllen möchten
  • usw.usf.

Alle diese einschneidenden Phasen bringen uns dazu, unsere bisherigen Prioritäten zu überdenken und lösen ein Verschieben dieser Prioritäten aus. Das wiederum hat oft kleinere oder größere Umstellungen in unserem Leben zur Folge, die natürlich auch unser Umfeld betreffen.

In diesem Blog und der dazugehörigen Podcastfolge sehen wir uns deshalb an:

  • Wie kannst du klug und konstruktiv neue Prioritäten setzen?
  • Wie kannst du diese neuen Prioritäten gut an dein Umfeld kommunizieren?
  • Wie kannst du mit Veränderungen und Umbrüchen umgehen, die durch das Verschieben deiner Prioritäten ausgelöst werden können?
  • Wie kannst du ganz bewusste, neue Entscheidungen treffen, um neue Prioritäten schrittweise in dein Leben zu integrieren?
  • usw.

1) Schaffe Klarheit über deine neuen Prioritäten

Wenn kleinere oder größere Dinge in deinem Leben sich verändern und du merkst, dass bestimmte Prioritäten, die dir früher wichtig waren, nun nicht mehr wichtig sind, du dafür aber neue Prioritäten entwickelst, dann hilft es, erst einmal Klarheit in deinem eigenen Kopf zu schaffen.

Denn gerade in Veränderungsprozessen ist unser Kopf meist überfordert, weil Strukturen aufbrechen, Beziehungskonstrukte sich verändern, etc. Das kann ganz schön anstrengend werden und sich chaotisch anfühlen.

Nimm dir deshalb in einer solchen Phase erst einmal bewusst Zeit für dich und schreib deine Gedanken auf. (Schreiben hilft sehr dabei, das Chaos im Kopf ein wenig zu beruhigen.)

Mach dir gern eine Liste mit drei Spalten.

In die eine Spalte schreibst du alles, was dir bis jetzt wichtig war, aber im Moment keine Priorität mehr für dich hat.

In die zweite Spalte schreibst du alle deine neuen Prioritäten. Das können Menschen sein, Dinge, mit denen du deine Zeit verbringst, Freizeitbeschäftigungen, Wohn- oder Arbeitsorte, Gesprächsthemen, die dich (nicht mehr) interessieren, usw.

In die dritte Spalte schreibst du alle Dinge, die dir nach wie vor wichtig sind, die aber vielleicht gerade nicht mehr auf ‘Platz 1’ stehen.

Bsp.: Du möchtest dich selbstständig machen.

Deine alte Priorität war: Im alten Job performen und den miesepetrigen Chef zufriedenstellen, Überstunden machen, mit allen Kolleg*innen gut auskommen, damit du dir das Leben leichter machst.

Neue Priorität ist: Abendkurs fürs Business belegen, Fortbildung, eigene Website erstellen, usw. (deshalb: weniger Überstunden machen, weniger Energie in den bisherigen Job stecken) Was dir immer noch wichtig ist: deine Partnerschaft, deine Kinder, deine Freund*innen

2) Hab deine Motivation klar

Besonders, wenn du deine neuen Prioritäten dann leben und kommunizieren möchtest, ist es wichtig, dir über deine eigene Handlungsmotivation bewusst zu sein.

Mach dir auch darüber Gedanken und schreib dir deine Motivatoren auf.

Das können ‘Weg von’-Motivatoren sein (“Ich möchte im Beruf nicht mehr
abhängig sein von den Launen meines Chefs”) oder auch ‘Hin zu’- Motivatoren (“Ich möchte mir ein eigenes Business aufbauen, weil ich dann selbst über meine Arbeitszeit entscheiden kann und ortsunabhängig arbeiten kann”).

Du kannst dir auch hier eine Liste machen und nochmal bewusst reinfühlen, warum du deine Prioritäten in deinem Leben verschieben möchtest, was du dir davon erhoffst und warum es dir so wichtig ist.

Bei manchen Menschen löst zum Beispiel die Diagnose einer Krankheit ein massives Verschieben der Prioritäten aus: Plötzlich geht es nicht mehr darum, einen Haufen Kohle zu verdienen, sondern darum, erst einmal wieder gesund zu werden.

Oder die Geburt eines Kindes löst in den Eltern aus, dass sie viel weniger arbeiten möchten, weil sie das Kind aufwachsen sehen mögen. (Oder umgekehrt, endlich wieder arbeiten und nicht nur zuhause sein und Brei kochen…)

Wenn du deine Motivatoren kennst, wird es dir leichter fallen, deine neuen Prioritäten auch konkret zu leben und umzusetzen – und an dein Umfeld zu kommunizieren. Denn nun hast du Argumente (für dich selbst und im Diskurs mit anderen).

Wichtig ist hier auch zu beachten:

Neue Entscheidungen werden dich nicht ausschließlich immer glücklich machen. Rechne damit, dass ein Verlagern deiner Prioritäten gute sowie weniger angenehme Konsequenzen haben wird!

Es kann es dir ungemein helfen, dich durch Coaching unterstützen zu lassen. Wenn du daran arbeiten willst, findest du HIER alle Informationen zu einem Einzelcoaching oder einer Paarberatung

3) Kommuniziere deine neuen Prioritäten

Wenn du einen Identitätswechsel durchmachst und sich deine Prioritäten
verschieben, dann hat das fast immer auch Auswirkungen auf dein Umfeld.

Es kann sein, dass:

  • du für bestimmte Menschen weniger Zeit hast.
  • du bestimmte Menschen weniger sehen möchtest.
  • du von bestimmten Menschen Unterstützung benötigst.
  • neue Menschen in dein Leben treten.
  • sich Beziehungen verändern, weil sich die Augenhöhe verändert. (Z.B.: Wenn du plötzlich mehr verdienst, weil du jetzt berufstätig bist, während dein*e Partner*in noch studiert; Wenn du als Mama deinen Beruf aufgibst, um bei den Kindern zu sein, und dein*e Partner*in allein verdient; Wenn du krank bist und auf Unterstützung angewiesen bist; usw.usf.)
  • sich alltägliche Strukturen verschieben, die mehrere Beteiligte betreffen.
    (Z. B.: Du machst einen Abendkurs und brauchst deshalb Kinderbetreuung; Du kannst das Wochenende nicht mehr mit deiner*m Partner*in verbringen, weil du da jetzt eine Fortbildung hast; Du beginnst jetzt jeden Morgen mit einer Sporteinheit und kannst deshalb das Frühstück nicht mehr für alle vorbereiten; etc.)

Wenn sich Prioritäten in deinem Leben verschieben, darfst du damit rechnen, dass nicht immer alle davon Betroffenen Luftsprünge machen werden.

Manche werden dich gern unterstützen (es ist wichtig, diese Personen zu finden und dich bewusst mit ihnen zu umgeben), manche werden das vielleicht eher doof finden und ‘not amused’ reagieren.

Hier ist es wichtig, dein Warum zu kommunizieren, Personen, die dir wichtig sind, mit an Bord zu holen und Veränderungen gemeinsam zu besprechen. Bei anderen Menschen wiederum ist es vielleicht nötig, dich mehr abzugrenzen.

Deshalb ist es hier für dich besonders wichtig zu überlegen:

  • Wer ist mir so wichtig, dass ich hier Energie investiere, um mich zu erklären?
  • Wen möchte ich an Bord haben?
  • Und von wem distanziere ich mich freiwillig? (Siehe Punkt 1)

4) Lass Veränderungen zu

Wenn du dann beginnst, deine neuen Prioritäten zu leben, wird sich in deinem Leben einiges verändern. Das ist ein Prozess, der Geduld und Zeit benötigt. Dinge müssen sich neu einspielen, wahrscheinlich müssen mehr als einmal Gespräche geführt werden, dein/euer Alltag wird anders ablaufen und alle Betroffenen dürfen sich erstmal dran gewöhnen. Unter Umständen musst du bestimmte Grenzen immer wieder kommunizieren, etc.

Lies dazu auch den Bloartikel: (Keine) Angst vor Veränderung

Lass dich auf diesen Prozess ein und wirf nicht sofort das Handtuch, wenn nicht innerhalb von einer Woche alles wie geschmiert läuft.

Es kann auch helfen, dir zu überlegen:

Welche Konstanten in deinem Leben sind denn gleich geblieben und sind von dieser Veränderung nicht (so stark) betroffen?

Das kann dir in der Übergangsphase Stabilität geben, weil du hier Bereiche deines Lebens hast, die unverändert weiterlaufen und wo du dich ‘entspannen’ kannst.

Ebenso kann es hilfreich sein, dir ehrlich die folgenden Fragen zu stellen:

  • Wo darf ich geduldig mit dem Prozess sein? (nach dem Motto: “Ich kann das Gras nicht aus der Erde rausziehen.”)
  • Und wo ist es wichtig dranzubleiben, konkrete Schritte zu gehen und bewusst Veränderungen zu implementieren?
  • Wie groß müssen diese Schritte sein? (Manchmal kann es uns guttun, kleine und machbare Schritte zu gehen; manchmal müssen wir einfach ‘vom Turm springen’.)

Das alles können wir gerne im Rahmen einer Klarheits-Session beleuchten oder im Liebe Leben Premium Membership…

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