Fremdverliebt Q&A – 7 Fragen und Antworten

Eine Fremdliebe erzeugt ein Gefühlschaos und wirft viele Fragen auf. Warum passiert das? Wie soll ich entscheiden? Kopf oder Herz? Hier sind die Antworten.

„Ich habe mich trotz glücklicher Beziehung fremdverliebt. Warum?“, „Woher weiß ich, ob ich mich trennen soll oder nicht?“, „Seit der Fremdliebe habe ich keine Gefühle mehr für meine*n Partner*in. Was soll ich tun?“ Es gibt bestimmte Fragen, die immer wieder auftauchen, wenn eine Fremdliebe ins (Beziehungs-)Spiel kommt. Ein paar der häufigsten Problemstellungen wollen wir in diesem Artikel näher beleuchten.

Dasselbe in Blasslila

Ich coache nun seit vielen Jahren Menschen, die sich fremdverliebt haben oder eine Affäre neben ihrer Langzeitpartnerschaft führen. Dabei kommen – ganz unabhängig von den individuellen Situationen und Konstellationen – ein paar Fragen immer und immer wieder hoch. Wenn du dich also gerade frisch fremdverliebt hast und denkst, deine Situation sei ganz bestimmt ganz anders als bei allen andern, dann darf bzw. muss ich dir hier gleich ein wenig den Wind aus den Segeln nehmen: Nein. Mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit steckst du gerade in einer hormonellen Gehirnvergiftung, die dir bestimmte Dinge vorgaukelt.

Weil ich genau diese Gehirnvergiftung schon bei so vielen Menschen gesehen (und sie selbst erlebt) habe, weiß ich, dass alle, die gerade darin festhängen, dieselben Gedanken und Gefühle haben – wenn auch vielleicht in verschiedenen Farbnuancen von grün bis blasslila. Du kannst also die Antworten auf die folgenden Q&A-Fragen garantiert auf deine Situation beziehen und daraus ein paar wertvolle Einsichten für dich mitnehmen.

1. Warum?

„In meiner Beziehung ist alles in Ordnung. Trotzdem habe ich mich fremdverliebt. Warum passiert das?“

Viele Menschen, die sich zum ersten Mal fremdverlieben, obwohl sie in ihrer Beziehung eigentlich happy sind, fallen erstmal aus allen Wolken: „Wie kann es sein, dass ich für eine andere Person so starke Gefühle habe? Ich liebe meine*n Partner*in doch!“ Wer nicht weiß, was hier passiert, beginnt dann häufig schnell, entweder sich selbst oder die Partnerschaft infrage zu stellen. Du denkst also vielleicht, du seist ein wahnsinnig schlechter Mensch und hast totale Schuldgefühle. Oder du beginnst, deine Partnerschaft anzuzweifeln, weil du noch dem Mythos aufsitzt, man verliebe sich nur, wenn es erhebliche Probleme in der bestehenden Beziehung gibt.

Hier kann ich dich beruhigen: Beides ist falsch. Es bist weder du, der/die schlecht ist, noch ist deine Partnerschaft zum Scheitern verurteilt. Wenn du dich verliebst, bedeutet das lediglich, dass dein Gehirn perfekt funktioniert. Denn sich zu verlieben ist etwas, was Gehirne eben tun – ganz egal, ob mit oder ohne Partnerschaft. Der Grund fürs Verlieben liegt in unserer Biologie: Je mehr Gene von verschiedenen Menschen wir miteinander kombinieren (hallo Fremdsex!), desto höher ist die Chance, dass wir uns erfolgreich fortpflanzen. So erhalten wir die menschliche Spezies.

Es gibt also einen evolutionsbedingten Grund dafür, dass wir uns eben ab und an mal verlieben. Die Frage ist nun lediglich, wie du entscheidest, mit deinen Gefühlen umzugehen und welche Gedanken du darüber denken willst. Möchtest du dir die Peitsche auf den Rücken hauen und dich verurteilen? Oder möchtest du die Frühlingsgefühle genießen und die Schmetterlinge im Bauch mit in deine Beziehung nehmen?

Ich würde dir stark empfehlen, Zweiteres zu tun. Ist auf jeden Fall witziger! Zusammengefasst also: Es ist völlig normal und okay, sich trotz glücklicher Beziehung fremdzuverlieben. Du musst weder das Verliebtsein abstellen, noch durchbrennen und deine*n Partner*in verlassen. Bewerte die Situation nicht über, steigere dich nicht unnötig rein und genieß die Schmetterlinge im Bauch!

2. Kopf oder Herz?

„Ich bin seit 12 Jahren in einer Beziehung. Jetzt habe ich mich in einen 20 Jahre älteren Mann verliebt, der eine Familie hat – und er auch in mich. Wer soll entscheiden: Kopf oder Herz?“

Hier würde ich dir auf jeden Fall raten: Mach mal langsam! Gerade, wenn wir frisch verliebt sind, möchten wir uns oft voller Begeisterung ins neue Abenteuer stürzen. Die neue Liebe ist wie ein Drogenrausch für unser Gehirn. Wir sind voll auf Dopamin und das fühlt sich toll an. Aber der Hormonrausch schaltet dabei auch unser logisches Denken aus. Ja, es ist schön, dem Herzen zu folgen – doch ich würde immer empfehlen: Nimm dabei dein Hirn mit!

Denn die Verliebtheitsphase kühlt garantiert irgendwann ab. Auch wenn du das jetzt gerade nicht glauben kannst. Die Frage ist, ob ihr euch gegenseitig auch ohne rosarote Brille und Gehirnvergiftung noch so toll findet. Was du in dieser Situation tun kannst, ist, dich zu fragen, ob du auch ohne die neue Liebe deine*n Partner*in verlassen würdest. Ganz häufig ist die Antwort hier nämlich ein Nein. Wenn du nur aufgrund des/der Neuen zu einer Trennung bereit wärst, dann ist das keine gute Ausgangssituation. Denn du trennst dich niemals für eine andere Person, sondern immer für dich selbst!

Wenn deine Beziehung bereits seit Jahren in einer Schieflage ist und du schon lange überlegst, endlich die Reißleine zu ziehen, dann kannst du eine Trennung in Erwägung ziehen. Wenn aber bisher alles okay war und du dich einfach Hals über Kopf verliebt hast, dann würde ich an deiner Stelle mal abwarten, dir Zeit geben und die Situation aussitzen, bis dein Dopaminspiegel wieder ein normales Level erreicht hat und du dein Großhirn wieder einschalten kannst.

Fakt ist: Auch die neue Person wird dich nicht dauerhaft glücklich machen und dir garantiert irgendwann auf die Nerven gehen, wenn der Alltag einkehrt. Wie möchtest du deine Energie also einsetzen? Willst du bewusst die Arbeit tun, eine neue Beziehung aufzubauen und dranzubleiben, auch wenn es mal hart wird? Oder willst du deine Langzeitbeziehung erhalten und hier aufräumen? Beides kostet einen Preis. Du entscheidest, welchen du lieber zahlen möchtest.

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3. Gehirnvergiftung

„Woher weiß ich denn, ob es nur eine hormonelle Gehirnvergiftung ist, oder ob ich wirklich verliebt bin?“

Wenn du in einer hormonellen Gehirnvergiftung steckst, dann bist du wirklich verliebt! Daran merkst du es! Das Symptom des Verliebtseins ist die hormonelle Gehirnvergiftung. Du findest den/die andere total toll, kannst nicht essen und schlafen, bist voll im Hormonrausch, hast Schmetterlinge im Bauch und kannst nur an die andere Person denken – das ist Verliebtsein!

Ob diese Liebe allerdings auch alltagstauglich ist, kannst du erst mit der Zeit rausfinden. Am besten dadurch, dass du mit der anderen Person sprichst – und zwar über mehr als nur das, was ihr toll aneinander findet. Redet über eure Werte und Ziele, über eure Schattenseiten, mögliche Dealbreaker, usw.

Wollt ihr beide dieselben Dinge und hast du Bock, mit dieser Person langfristig Zeit zu verbringen? Seid ihr beide bemüht, zu kommunizieren und Konflikte zu klären, wenn sie auftauchen? In der Phase der hormonellen Gehirnvergiftung blenden wir oft ziemlich viele Dinge aus, die uns nerven könnten. Diese fallen uns erst ein paar Monate oder Jahre später auf, wenn die Hormonparty vorbei ist.

Je früher du also dein Großhirn in die Beziehung mitnehmen kannst, desto besser. Wenn du wirklich mit dem/der anderen Person zusammen sein möchtest, dann wirst du ein gewisses Risiko jedoch eingehen müssen.

4. Selbstverständlichkeit

„Seit ich eine Affäre habe, fällt mir auf, wie sehr ich für meine*n Langzeitpartner*in zur Selbstverständlichkeit geworden bin.“

Dieses Statement höre ich sehr oft von Menschen, die sich fremdverliebt haben. Ich stelle hier immer gern die Gegenfrage: Wie selbstverständlich ist denn dein*e Langzeitpartner*in für dich? Fehlendes Engagement in einer Beziehung kommt häufig von beiden Seiten. Eine Affäre ist hierzu natürlich der krasse Gegensatz. Plötzlich fühlen wir uns gesehen, geliebt, sexy, umworben und kriegen eine Menge Aufmerksamkeit. Das tut natürlich gut. Besonders dem Ego.

Hier ist es wichtig, nicht der Illusion auf den Leim zu gehen, dass mit der Affäre als Partner*in plötzlich das ganze Leben anders verlaufen würde. Auch mit der Affäre würde irgendwann der Alltag einkehren und du würdest dich vielleicht nach ein paar Jahren wieder als Selbstverständlichkeit fühlen. Es bringt also eventuell mehr, dir dieses Thema an der Wurzel anzuschauen und zu überlegen: Was bräuchtest du, um dich nicht ‚selbstverständlich‘ zu fühlen? Denn wie immer im Leben geht es auch hier nicht um die anderen Personen (deine*n Partner*in, deine Affäre), sondern um dich!

5. Gefühle weg

„Ich habe mich fremdverliebt und jetzt sind die Gefühle für meine*n Langzeitpartner*in weg. Wie gehe ich damit um?“

Ich vergleiche eine Affäre immer mit Ecstasy: Sie haut rein wie eine arge Droge. Eine Langzeitpartnerschaft hingegen fühlt sich im Vergleich dazu an, als würdest du Radler trinken. Natürlich spürst du die Wirkung von einem Radler nicht mehr, wenn du voll auf Ecstasy bist. Das heißt aber nicht, dass die Radler-Gefühle deshalb weg sind. Sie sind einfach nur von etwas krass Intensiverem überdeckt. Radler-Gefühle wie Geborgenheit, Verbundenheit und Sicherheit, sind eben nicht so spektakulär wie die Ecstasy-Gefühle Abenteuer, Leidenschaft und Sehnsucht.

Aber: Auch die extremsten Gefühle bleiben nicht auf Dauer. Du kannst sie also einfach aussitzen. Gleichzeitig kannst du dir überlegen, wie du dir Abenteuer in deiner Langzeitbeziehung erschaffen kannst. In einer Affäre funktioniert das durch die Hormonparty im Gehirn ganz von selbst. In einer Langzeitpartnerschaft braucht es hingegen Arbeit, um das Prickeln zu erzeugen. Trotzdem kann es klappen, wenn du deine Energie dahin investierst. Frage dich, wie du Abwechslung in euren Alltag bringen kannst und ob ihr vielleicht ab und an einen leckeren Cocktail statt des Radlers trinken wollt…

6. Zweifel

„Ich habe mich für die Fremdliebe entschieden und jetzt zweifle ich daran. Was soll ich tun?“

Diese Aussage ist ein Hinweis darauf, dass du ein Problem damit hast, Entscheidungen zu treffen bzw. zu ihren Konsequenzen zu stehen. Denn vermutlich hattest du zuvor auch Zweifel, deine*n Langzeitpartner*in zu verlassen. Personen, die in ihren Zweifeln steckenbleiben, nehmen sich dadurch selbst die Chance, Erfahrungen zu machen und Dinge auszuprobieren. Denn egal, in welcher Situation sie sind, es gäbe immer eine Option, die vielleicht doch besser oder idealer wäre.

Doch überlege mal: Wenn du wieder in die alte Beziehung zurückgehen würdest – würdest du dann auch an dieser Entscheidung zweifeln? Ständige Zweifel sind ein Hinweis auf ein Gehirn, das nicht an die Hand genommen wird und seinen emotionalen Auswüchsen ausgeliefert ist. Das ist kein sehr förderliches Lebenskonzept. Ich rate dir, in dieser Situation deinen logischen Verstand einzuschalten und aufzuschreiben, welche rationalen (nicht gefühlsbasierten!) Gründe für und gegen deine neue und deine alte Beziehung sprechen.

Danach beschäftige dich mit deinen Emotionen: Aus welchen emotionalen Gründen hast du dich für deine neue Partnerschaft entschieden? Aus welchen würdest du in deine alte zurückwollen? Oft sind es nämlich Ängste, Zweifel und das Bedürfnis nach Sicherheit und Gewohnheit, die uns antreiben, das Alte wiederhaben zu wollen. Im Endeffekt gilt auch hier: Es geht nicht um die anderen Personen, sondern um dich! In dieser Situation ist es besonders wichtig, dir darüber klar zu werden, was es ist, das dich dazu antreibt, deine Entscheidungen zu treffen (und sie hinterher wieder anzuzweifeln). 

7. Liebeskummer

„Ich habe mich von meiner Fremdliebe getrennt aber ich denke noch sehr oft an sie. Ist das okay?“

Was ist denn das Problem daran? Wir denken zwischen 60.000 und 80.000 Gedanken am Tag. Da können natürlich Gedanken über deine verflossene Fremdliebe dabei sein. Es ist eben etwas, das dich beschäftigt. Unser Gehirn bietet uns laufend Gedanken an.

Die Frage ist, wie wir mit diesen Gedanken – und den dazugehörigen Gefühlen – umgehen. Mein Vorschlag: Erlaub sie dir! Es ist völlig normal, einer vergangenen Liebelei nachzutrauern. Du darfst Traurigkeit und Sehnsucht fühlen. Davon fällst du nicht tot um. Du darfst auch sexuelle Fantasien von deiner Fremdliebe haben. Die könntest du zum Beispiel als Anreiz nehmen, deine Partnerschaft zu bereichern.

Wenn du allerdings deine Gedanken bewertest und meinst, du würdest ‚zu oft‘ oder ‚zu intensiv‘ an die ehemalige Fremdliebe denken, dann wird es anstrengend für dich. Ich rate dir, deinem Gehirn klipp und klar zu sagen, dass du ihm kein unnötiges Drama mehr erlaubst. Denk an deine Fremdliebe, fühle, was zu fühlen ist, und mach die Situation nicht durch zusätzliche Bewertungen unangenehmer, als sie ist. 

Wenn du dich fremdverliebt hast und dich in der einen oder anderen Situation, die ich hier geschildert habe, wiederfindest, dann bin ich gerne für dich da. Ich unterstütze dich in den regelmäßigen Live-Workshops und Coaching-Calls im Liebe Leben Premium Membership oder in einem persönlichen VIP-Coaching online oder bei mir in Bad Aibling. Außerdem gibt es mein Online-Programm ‚Fremdverliebt – Was jetzt?‘ seit Kurzem wieder einzeln zu kaufen. Es hilft dir dabei, deine Gefühle zu verstehen, deine Situation einzuordnen und eine Entscheidung zu treffen, die sich für dich richtig anfühlt. Auch, wenn du gerade meinst, im großen Drama festzustecken – ich verspreche dir: Es gibt eine Lösung!

Denn: Leben darf leicht gehen und Spaß machen. Liebe auch!

Herzlichst

Melanie

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Melanie Mittermaier

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