Erwartungen in der Beziehung – sinnvoll oder nicht?

Welchen Einfluss hast du auf das Verhalten deines Partners/deiner Partnerin? Wie sinnvoll und realistisch sind Erwartungen in einer Beziehung?

„Ich hätte gern, dass mein Partner öfter zum Arzt geht“, „Ich wünsche mir, dass meine Partnerin zu rauchen aufhört“, „Ich möchte, dass mein Mann mehr Sport macht und abnimmt!“ – Stellst du selbst häufig Erwartungen an deinen Partner/deine Partnerin? Im heutigen Artikel erfährst du, warum das in vielen Fällen keine so gute Idee ist…

„Ich fühl mich besser, wenn du das machst…“

Auf diesem (meist unbewussten) Hintergedanken basieren die meisten Erwartungen, die wir in einer Partnerschaft an unser Gegenüber stellen. Denn sobald wir eine Erwartung an eine andere Person haben, versuchen wir, deren Verhalten zu ändern, zu beeinflussen oder zu manipulieren, damit es uns selbst besser geht. Das hört sich vielleicht gerade drastisch an, denn viele Menschen begründen ihre Erwartungen damit, dass sie doch ‚nur möchten, dass es der anderen Person gut geht‘. Aber ist das wirklich so?

  • „Ich möchte, dass mein Partner öfter zum Arzt geht und sich durchchecken lässt, denn ich will doch nur, dass er gesund bleibt.“
  • „Ich möchte, dass meine Partnerin mehr Karriere macht, denn ich wünsche ihr, dass sie erfolgreich ist.“
  • „Ich möchte, dass mein Partner mehr Sport treibt und abnimmt, denn dann hätte er ein besseres Verhältnis zu seinem Körper.“

So oder so ähnlich argumentieren viele Menschen ihre Erwartungen in Beziehungen. Sie geben vor, nur das Beste für den/die andere zu wollen. Dies ist aber in den seltensten Fällen der wahre Grund hinter ihren Erwartungen. In den allermeisten Fällen haben wir Forderungen oder Wünsche an unsere Partner*innen, weil wir selbst dadurch ein negatives Gefühl vermeiden oder ein positives Gefühl generieren!

„Warum ist mir das so wichtig?“

Diese Frage solltest du dir stellen, wenn du eine bestimmte Erwartung an deinen Partner/deine Partnerin hast. Kann es sein, dass dein Wunsch gar nicht so viel mit ihm/ihr, sondern viel mehr mit dir selbst zu tun hat? 

Bleiben wir beim Beispiel mit dem Arztbesuch: Dem Partner/Der Partnerin Gesundheit zu wünschen, ist an sich nichts Verwerfliches. Wenn der regelmäßige Gesundheitscheck aber zu einem Kontrollettitum wird, ist das eine ziemlich ungesunde Beziehungsdynamik. Hier darfst du dich fragen: 

  • Welches Gefühl löst es in mir aus, wenn mein Partner/meine Partnerin zum Arzt geht? 
  • Fühle ich mich dann sicher und beruhigt? 
  • Und was passiert, wenn er/sie nicht zum Arzt geht? 
  • Bin ich dann aufgewühlt und mache mir ständig Sorgen? 

In diesem Fall lagerst du wahrscheinlich dein eigenes Sicherheitsbedürfnis an deinen Partner/deine Partnerin aus. Nach dem Motto: „Ich kann nur ruhig schlafen, wenn du beim Arzt warst.“ Wenn dein Partner/deine Partnerin die Dinge nun aber ganz anders sieht und viel entspannter ist als du, dann hat deine Erwartung ziemlich sicher weniger mit ihm/ihr zu tun als mit deinen eigenen Gefühlen

Oder wenn du der Meinung bist, dein Partner/deine Partnerin solle mehr aus sich machen und mehr Energie in seinen/ihren Job investieren. 

  • Worum geht es hier wirklich? 
  • Möchtest du wirklich das Beste für ihn/sie? 
  • Oder ist es dir vielleicht peinlich, vor deinen Freunden zu erzählen, dass er/sie ‚nicht so gut verdient‘ oder ‚nur Job XY macht‘? 

Dann geht es hier um dein eigenes Schamgefühl, das du auf deinen Partner/deine Partnerin projizierst. Er/Sie hat immer noch das Recht, selbst zu entscheiden, wie wichtig seine/ihre Karriere ist.

Realistische Erwartungen oder People Pleasing?

Häufig stellen gerade die Menschen viele Erwartungen an ihren Partner/ihre Partnerin, die es gewohnt sind, selbst die Erwartungen anderer zu erfüllen. Dieses Verhalten nennt sich People Pleasing. Es ist aber ebenso lediglich eine Methode, andere Menschen zu manipulieren. Auch wenn es häufig unter dem Deckmantel der Selbstlosigkeit daherkommt. People Pleaser geben meist vor, ‚alles für andere zu tun‘. Was sie aber in Wahrheit möchten, ist, Konflikte (und damit schlechte Gefühle) zu vermeiden und die Gedanken und Gefühle des Gegenübers zu manipulieren.

Beides also – sowohl viele Erwartungen zu stellen, als auch viele Erwartungen unreflektiert zu erfüllen – sind Methoden, um das Verhalten unseres Gegenübers zu manipulieren. Entweder wir kommen dabei aus der Haltung: Der andere muss XY tun, damit ich YZ fühle (Erwartung). Oder wir gehen ins andere Extrem und werden People Pleaser, weil wir nicht damit umgehen können, wenn die andere Person böse auf uns ist. Unsere Haltung ist also: Ich muss YZ tun, damit er/sie XY tut oder unterlässt.

Beide Verhaltensweisen kommen aus einer emotional kindlichen Opferhaltung, die nichts mit einer erwachsenen Beziehung zu tun hat. (Zum Thema ‚Emotional erwachsen werden‘ gibt es übrigens bereits einen umfangreichen Workshop im Liebe Leben Premium Membership!)


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Die Dinge zu Ende denken

Was kannst du also tun, wenn du der Meinung bist, du hättest das Recht, eine bestimmte Erwartung an deinen Partner/deine Partnerin zu haben? Bevor du versuchst, sein/ihr Verhalten zu beeinflussen und dadurch vielleicht Streit und Konflikte entstehen (was eure Beziehung vermutlich nicht besser, sondern eher anstrengender macht), nimm dir selbst Zeit und hinterfrage dein Motiv.

Dazu empfehle ich die Methode von Tim Ferriss, der in einem Ted Talk beschreibt, wie wir mit unseren Ängsten umgehen können. Er definiert drei Fragen, die dir helfen, deinen wahren Motiven auf die Schliche zu kommen:

  1. Was ist das Schlimmste, was passieren kann?
  2. Was kann ich tun, damit das Schlimmste nicht passiert? (Kann ich was tun?)
  3. Was kann ich tun, wenn das Schlimmste passieren sollte?

Im Beispiel unseres Arztthemas könnten die Antworten hier sein:

  1. Mein Partner/Meine Partnerin könnte sterben und ich wäre allein und müsste es aushalten, ihn/sie verloren zu haben. 
  2. Ich kann nicht vermeiden, dass jemand von uns früher oder später stirbt. Ich kann mich darin üben, meine Gedanken zu managen und mehr in ein Gefühl von Vertrauen zu gehen. Ich kann mich damit auseinandersetzen, woher meine Verlustangst kommt.
  3. Wenn er/sie stirbt, werde ich das Begräbnis organisieren. Ich werde trauern. Für diesen Prozess kann ich mir psychologische Hilfe holen. Meine Freunde werden mich unterstützen. Usw.

Diese Methode hilft dir, immer zuerst dein eigenes Innenleben zu reflektieren und deinen eigenen Handlungsspielraum wahrzunehmen, bevor du die Erfüllung eines Bedürfnisses an deinen Partner/deine Partnerin auslagerst. 

Grenzen setzen ist erlaubt!

Dass du immer weniger Erwartungen an deinen Partner/deine Partnerin stellst und lernst, mit deinen eigenen Gefühlen umzugehen, bedeutet jedoch nicht, dass du keine Grenzen setzen bzw. Konsequenzen ziehen darfst. Wenn du es zum Beispiel nicht leiden kannst, dass dein Partner/deine Partnerin raucht, musst du nicht verlangen, dass er/sie damit aufhört (Erwartung), aber du kannst sagen: „Wenn du heute Abend rauchst, werde ich auf der Couch schlafen, denn mich stört der Geruch.“ Oder: „Ich küsse dich nicht auf den Mund, wenn du zuvor eine Zigarette geraucht hast.“

Du kannst also in der Position der Liebe bleiben („Ich liebe dich, egal ob du rauchst oder nicht“) und gleichzeitig dich selbst wertschätzen („Aber ich respektiere auch mich selbst und werde dich deshalb nicht küssen, wenn du vorher geraucht hast“). Dein Partner/Deine Partnerin kann dabei immer noch entscheiden, was er/sie tun möchte. Das heißt: Grenzen setzt du immer über dein eigenes Verhalten und ohne manipulative Hintergedanken. 

Auf meiner Seite und meinen Social-Media-Kanälen findest du jede Menge kostenfreie Information, um deine Beziehung neu zu gestalten. Wenn du direkt mit mir arbeiten willst, kannst du hier ein Coaching für dich oder für euch als Paar buchen.

Gemeinsame Ziele

Es ist völlig normal, dass wir uns Dinge von unseren Partner*innen wünschen. Es ist auch okay, Erwartungen zu haben. Und du hast natürlich immer das Recht, deinen Partner/deine Partnerin zu etwas zu drängen oder etwas von ihm/ihr zu verlangen. Die Frage ist nur, ob das eure Beziehung wirklich langfristig besser macht.

Meiner Erfahrung nach machen entspannte Gespräche auf Augenhöhe mehr Spaß. Der Online-Kurs “Liebe Leben” hilft euch dabei! Wenn ihr beide die Verantwortung für euch selbst und euer Wohlbefinden übernehmt, dann könnt ihr als erwachsene Menschen kommunizieren, die nichts voneinander brauchen, sondern einfach gern Zeit miteinander verbringen. Auf dieser Basis könnt ihr zum Beispiel gemeinsame Ziele formulieren. Diese könnten etwa lauten:

  • „Wir haben beide Bock, lange zu leben und viele gemeinsame Erfahrungen zu machen. Deshalb achten wir auf unsere Gesundheit.“
  • „Wir wünschen uns finanzielle Sicherheit, haben aber unterschiedliche Vorstellungen davon, was das bedeutet. Also haben wir separate Konten und managen unsere Finanzen individuell.“
  • „Wir sind beide sportlich und treiben uns gegenseitig an, wenn der/die andere gerade den Arsch nicht hochkriegt. Auch wenn das manchmal bedeutet, dass es für einen von uns unbequem ist.“

Ihr werdet nicht in allen Bereichen des Lebens gleiche Meinungen und gemeinsame Ziele haben. Aber in den meisten Partnerschaften gibt es auf bestimmten Gebieten Überschneidungen. Diese herauszufinden und zu formulieren, hilft euch, langfristig auf etwas hinzuarbeiten und gemeinsam an einem Strang zu ziehen. Die Bereiche, wo ihr euch nicht einig seid, dürft ihr ebenso akzeptieren. Denn ihr seid beide Individuen, die das Recht haben, ihr Leben nach den eigenen Vorstellungen auszurichten. 

Wir sind nicht dazu da, andere Menschen glücklich zu machen!

Eine Beziehung aus der Erwartung heraus zu führen, dass der Partner/die Partnerin für das eigene Glück verantwortlich ist, funktioniert nicht. Auch wenn uns Hollywood und Disney genau diese Vorstellung seit Jahrzehnten vermitteln möchten. Eine Partnerschaft kann dann Spaß machen, wenn beide Personen die Verantwortung für ihr eigenes Glück (und damit für ihre eigenen Gedanken und Gefühle) übernehmen. Wenn du dich also das nächste Mal dabei ertappst, eine Erwartung an deinen Partner/deine Partnerin zu haben, frage dich: Was hat das Ganze mit mir zu tun?

Gerne unterstütze ich dich in diesem Prozess! Buche dir dazu ein VIP-Coaching mit mir oder komm ins Liebe Leben Premium Membership, wo du in vielen spannenden Live-Workshops und Coaching-Calls alle Tools bekommst, um dein (Partnerschafts-)Leben eigenverantwortlich zu gestalten!

Denn: Leben darf leicht gehen und Spaß machen. Liebe auch!

Herzlichst
Melanie

Wenn du Fragen hast…

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Dort kannst du anonym Fragen stellen und Antworten bekommen, du kannst Workshops besuchen und die Aufzeichnungen aller Coaching- und Q&A-Calls anschauen. Damit bekommst du genau das Coaching, das dich weiterbringt, ohne dass du selbst gecoacht werden musst. Und natürlich kannst du auch ein Coaching (und einen liebevollen Tritt in den A…) bekommen, wenn du das möchtest. Alle Online-Kurse sind in LLP enthalten.

Melanie Mittermaier

Ich begleite dich auf deinem ganz individuellen Weg in eine authentische Liebesbeziehung – egal, wie diese für dich persönlich aussieht. Auch, wenn du im Moment kein Licht am Ende des Tunnels siehst: Gemeinsam finden wir die Lösung, die sich für dich richtig anfühlt!